Posts mit dem Label Shoah werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Shoah werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 7. Februar 2013

Blog-Hinweis005

In diesem Hinweis möchte ich auch mal ein wenig EigenWerbung wagen, weil ich so manche "Perle" in den "Eingeweiden" dieser Blogs weiss, das sanft schimmert, das in all dem "Glanz" (ach Bitte, verzeihen Sie mir doch die blumige Sprache für einen kurzen Augenblick und sehen gelassen und freundlich über das bisschen SelbstLob hinfort, weil, Sie wissen ja inzwischen, aus dem Beitrag mit Roman Opalka, dass SelbstLob auch gut riechen kann und nicht immer nur bedeutet, dass Eines sich überhebt oder überheben will, sondern einfach mal präsentieren möchte, was Es so drauf und drann hat, ist doch auch manchmal legitim, oder, also schnippe auch ich Heute mal mit dem Finger und recke dabei den rechten Arm ganz hoch: schnipp, schnipp, schnipp, ich weiss was!), das um das "Perle" herum so glänzt, fast überlesen wird und das wäre doch schade, ist schliesslich eine "Perle" und möchte manchmal auch ein wenig in die Hand genommen werden, ein wenig gestreichelt werden und betrachte, bevor "Es" wieder zurückgelegt wird und in dem umgebenden "Glanz" verschwindet.

Noch kurz davor eine kleine Bemerkung: Adolf Hitler (weil, irgendwie geht es in dem Beitrag, auf den ich Sie Heute hinweisen möchte, auch um diesen Menschen) war ein ganz einfacher Mensch, ohne irgendwelche grossartigen Aussergewöhnlichkeiten. Wenn ich nur diesen Menschen betrachte; und die Taten, die von ihm ausgingen und mit ihm verbunden sind, mal ein wenig ausblende, ganz gelingt das ja nicht, dazu waren diese Taten einfach zu deutlich und zu bedeutend, zu weitreichend und nachwirkend in der Grausamkeit und dem Stumpfsinn und der Zerstörung! Aber wenn ich nur mal diesen kleinen einfachen Menschen betrachtet, der Adolf Hitler war, so ..., ..., ... und ... Sie wissen schon, dann ist es schon erstaunlich, dass dieser einfache Mensch, der wohl intensivst erforschte und von allen Seiten beleuchtetste Mensch ist, der wohl je gelebt hat und noch immer erscheinen fast monatlich Bücher, Abhandlungen, Studien, Doktorarbeiten und Habilitationen und so einiges mehr von und in Adolf Hitler hinein und um ihn herum, um diesen so einfachen Menschen, der er nun mal war.
Und noch ist kaum etwas geklärt, von dem Warum, er so war, wie er war und von der Wirkung, die er war auf das Deutsche und die, die-s ich so deklarierten und wieso ein so einfacher Mensch so eine Katastrophe, so ein nachhaltiges Desaster auslösen konnte, oder auch ausgelöst hat? Soviele Hinkucker und Nachforscher und bis Heute kaum eine klare Antwort? Wo schaun die denn dann alle hin? Wenn dort kaum etwas zu finden ist, denn, ist bei Adolf Hitler viel zu finden, was die Fragen bräuchten? Also, wenn ich die Ergebnisse bisher ermesse, dann ist Adolf Hitler nicht der richtige Ort und die richtige Person in der RaumZeit, um die grossen Fragen zu klären, bestenfalls für die einfachen Fragen, oder sind es genau die, über die Wir bisher stolpern, weil Wir sie übersehen? Warum ist das passiert, was passiert ist? Warum in Mitteleuropa? Für was steht dann Adolf Hitler?
Für den einfachen Mann vielleicht? Dann sollten Wir aber auch all die anderen einfachen Männer und darüber hinaus auch all die anderen einfachen Menschen miteinbeziehen, in die Beantwortung der Fragen und das geschieht noch viel zu wenig, denke ich.
Also Oliver-August Lützenich forsche jetzt auch mal in-m ich, als auch deutsches Mensch, um ein paar Facettchen zu diesen wichtigen Fragen beizutragen.
Vorher aber noch die Verlockung auf zwei Beiträge die schon ein wenig matt geworden sind, weil sie so drunter liegen, obwohl sie so für sich betrachtet wirklich schön glänzen.

Wegen dem ersten Beitrag, habe ich die paar Sätze zu Adolf Hitler verfasst, Sie werden lesen warum: http://sprechlichtung.blogspot.de/2012/08/ein-integral.html
Der zweite Hinweis ist doch einfach schön, oder?
http://sprechlichtung.blogspot.de/2012/08/is-doch-schon.html

Dienstag, 17. Juli 2012

Nur Ein Mensch

Wie beurteilt ein Mensch, das dem Tode nahe ist, welches völlig Umständen, die von -Es Selbst nur im ->Millisekundenbereich pro einem Tag<- selbst zu bestimmen sind, welches völlig ausgeliefert ist, also fast komplett abhängig ist von äusseren Bestimmungen, die von anderen Menschen total, und mit allerbrutalster Absolutheit dominiert werden; Wie beurteilt ein solches Mensch, das Mensch-Sein und mehr noch, das Menschheit?

Ein Beispiel dafür habe *ich vor Jahren gefunden, und *mich nur gewundert, und war völlig beschämt, weil *ich ein-Es (zumindest ein Nachgeboren-Es) dieser allerbrutalsten äusseren Bestimmungen bin; aber auch hoch erfreut, weil das Buch, aus dem die nun folgenden Zeilen sind, auch einen Ausweg aus einer Gegnerschaft zueinander, aus einer Zwiespältigkeit (Trennung) voneinander, wiesen, ohne dabei die Brutalität und das Entsetzen zu überdecken, das zu den Einsichten geführt hat.

Der Autor:
.
Robert Antelme, 1917 - 1990
.
Ein Auszug:

[...]
Eine Lampe geht an: der Kerl kauert im Lichtbündel der Lampe.
"Scheisse, Scheisse!" brüllt der Kapo.
Der Kapo schlägt zu, der Kerl fällt.
"Scheisserei, Scheisserei!" wimmert der Kerl.
"Was, Scheisserei, Schwein!"
Wenn es plötzlich im Saal hell werden würde, sähe man ein Durcheinander von gestreiften Lumpen, von schrumpeligen Armen, von spitzen Ellbogen, von lilafarbenen Händen, von riesigen Füsse; zur Decke hin geöffnete Münder, mit schwärzlicher Haut bespannte Gesichter, die Augen geschlossen, Totenschädel gleiche Formen,  die sich jedoch nie ähneln werden, leblos und wie auf den Schlamm eines Teiches gelegt. Man würde auch Einzelne dasitzen sehen, ruhige Irre, die in der Nacht ihren Hundekuchen kauen und wieder andere, die vor der Türe stehen und auf der Stelle trippeln, zusammengekrümmt.
*
Das Tal draussen ist dunkel. Kein Geräusch dringt von dort her.
Die Hunde schlafen einen gesunden satten Schlaf. Die Bäume atmen ruhig. Die nächtlichen Insekten suchen auf den Wiesen ihre Nahrung. Die Blätter schwitzen, und die Luft saugt sich mit Wasser voll, die Wiesen bedecken sich mit Tau und werden nachher in der Sonne funkeln. Sie liegen da ganz in der Nähe, man muss sie berühren, diesen riesigen Pelz streicheln können. Was lässt sich streicheln, und wie streichelt man? Was ist sanft unter den Fingern, was ist überhaupt da, um gestreichelt zu werden?
Nie ist man der Gesundheit der Natur gegenüber so aufgeschlossen gewesen. Nie ist man auch so nahe daran gewesen, eins zu werden mit der Allmacht des Baums, der sicherlich auch morgen noch lebendig sein wird. Man hat alles vergessen, was in dieser starken Nacht stirbt und verwest, auch die einsamen und kranken Tiere. Wir haben den Tod von den Dingen der Natur verjagt, weil wir in ihr keinen Geist sehen, der sich gegen die Dinge stellt und sie verfolgt. Wir fühlen uns so, als hätten wir jede mögliche Verwesung aufgesogen. Was in diesem Saal ist, erscheint als die aussergewöhnliche Krankheit, und unser Tod hier als der einzig wirkliche. Den Tieren so ähnlich, ist jedes Tier für uns etwas Grossartiges geworden; jeder verwesenden Pflanze so ähnlich, erscheint uns das Schicksal dieser Pflanze ebenso prachtvoll wie dasjenige, das durch den Tod im Bett zu Ende geht. Wir sind so weit, dass wir allem ähneln, das nur noch kämpft, um zu essen, und stirbt, wenn es nicht isst, wir sind so weit, dass wir auf der gleichen Ebene stehen wie eine andere Gattung, die nie die unsere sein wird und der wir doch entgegenstreben; aber diese Gattung, die wenigstens nach ihrem eigenen authentischen Gesetz lebt - Tiere können nicht tierischer werden -, erscheint ebenso grossartig wie unsere »wirkliche«, deren Gesetz es durchaus sein kann, uns hierher zu bringen. Aber es gibt keine Zweideutigkeit, wir bleiben Menschen, wir werden nur als Menschen enden. Die Entfernung, die uns von einer anderen Gattung trennt, bleibt erhalten, sie ist nicht historisch. Es ist ein SS-Traum zu glauben, unsere historische Mission sei es, zu einer anderen Gattung zu werden, und da diese Verwandlung zu langsam stattfindet, töten sie. Nein, diese aussergewöhnliche Krankheit ist nichts anderes als ein Höhepunkt in der Geschichte der Menschen. Und das kann zweierlei bedeuten: zunächst einmal, dass wir die Beständigkeit dieser Gattung unter Beweis stellen, ihre Unveränderlichkeit. Und dann, dass die Vielfalt der Beziehungen zwischen den Menschen, ihre Hautfarbe, ihre Sitten und Gebräuche, ihre Aufteilung in Klassen, eine Wahrheit verdecken, die hier am Rande der Natur, wo wir an unsere Grenzen gekommen sind, ganz deutlich zutage tritt: es gibt nicht mehrere menschliche Gattungen, es gibt nur eine Gattung Mensch. Und weil wir Menschen sind wie sie, wird die SS letztlich nichts gegen uns ausrichten können. Und weil sie versucht haben, die Einheit dieser Gattung in Frage zu stellen, werden sie am Ende vernichtet werden. Aber ihr Verhalten und unsere Lage sind nur die Überzeichnung, die auf die Spitze getriebene Karikatur - in der sich sicherlich niemand wiedererkennen will noch kann - von Verhaltensweise, von Situationen, die es in der Welt gibt und die sogar jene alte »wirkliche Welt« sind, von der wir träumen. Tatsächlich verhält sie sich so, als gäbe es mehrere Gattungen - oder genauer, als ob die Zugehörigkeit zur Gattung Mensch nicht sicher sei, als könne man da ein- und ausgehen, nur halb dazugehören oder ganz dazugehören oder nicht einmal im Verlaufe von Generationen dazugehören - die Aufteilung in Rassen oder in Klassen gehört zu Richtschnur und erhält das immer bereite Axiom, die letzte Verteidigungslinie:
»Das sind keine Leute wie wir.«
Hier nun ist das Tier ein Luxusgeschöpf, der Baum ist eine Gottheit, und wir können weder Tier noch Baum werden. Wir können es nicht, und die SS kann uns nicht dazu bringen. Und ausgerechnet in dem Augenblick, in dem die Maske ihren hässlichsten Ausdruck angenommen hat, in dem Augenblick, in dem sie unser Gesicht werden wird, fällt sie. Und wenn wir dann das denken, was hier sicherlich das Beachtlichste ist, was man denken kann: »Die SS-Leute sind Menschen wie wir«; wenn wir zwischen den SS-Leuten und uns - das heisst im Augenblick der grössten Distanz zwischen den Menschen, im Augenblick, in dem die Grenzen der Unterwerfung der einen und die Grenzen der Macht der anderen in einer übernatürlichen Beziehung erstarrt zu sein scheinen - im Angesicht der Natur und im Angesicht des Todes keinen wesentlichen Unterschied sehen können, müssen wir sagen, dass es nur eine menschliche Gattung gibt. Dass alles, was diese Einheit in der Welt verstellt, alles das, was die Menschen in die Situation von Ausgebeuteten, von Unterjochten bringt und gerade dadurch das Vorhandensein verschiedener Gattungen implizieren würde, falsch und wahnsinnig ist; und dass wir hier den Beweis dafür haben, und zwar den unwiderlegbarsten Beweis, denn selbst das ärmste Opfer kann nichts anderes tun als festzustellen, dass die Macht des Henkers selbst bei seinem schlimmsten Tun immer nur die eines Menschen sein kann: die Mordmacht. Er kann zwar einen Menschen töten, aber er kann ihn nicht in etwas anderes verwandeln.
*
Als ich die Augen aufgemacht habe, war es heller Tag; der Himmel war milchig, bleich. Ich hatte einen trockenen Mund und war durstig. Um mich herum schliefen die Kameraden, in Haufen dicht aneinander gedrängt, die leeren Hundekuchensäcke neben sich. Man hörte kein Geräusch. Der SS-Wachposten stand noch immer vor der Tür.
[...]

Ende Auszug
.
Robert Antelme
.
Aus diesem Buch ist der Auszug
.
Die Zwiespältigkeit ein Mensch zu sein
und
Die Vielfältigkeit Mensch zu sein.

Sonntag, 12. Februar 2012

Nach der SHOAH?

Vorwort: Max Frisch, aus Tagebücher: "Sie (Deutsche) haben unser Vertrauen in die eigene Menschlichkeit erschüttert. Wenn Menschen, die gleiche Worte sprechen, wie ich, und eine gleiche Musik lieben, wie ich, keineswegs gesichert sind Unmenschen zu werden, woher beziehe ich fortan meine Zuversicht, dass ich davor gesichert sei?"
.
George Grosz, "Explosion"
.
Angeregt durch den Gedenktag zur Befreiung des KL Auschwitz und einen Beitrag über die Folgerungen  und den Umgang mit der Shoah (Holocaust), von Julia Seeliger, in einem FAZ-Blog.

Hier ein Auschnitt daraus:
«..., dass Steinbach die Deutschen für die "zweite große Opfergruppe des Zweiten Weltkriegs neben den Juden" halte. Die Tätervolk-Debatte um den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann  - eine typische Täter-Opfer-Umkehr.
Ja, wer hört schon gern unangenehme Wahrheiten. Auch in Familien wird das meist totgeschwiegen. Eine nationale Psychose.
Es ist kalt, winterkalt. Bitterkalt. Das Lager Auschwitz 1 sieht aus wie ein gemütliches Backsteindorf. Hinein, hindurch unter dem zynischen "Arbeit macht frei". Wir sind mit einer Gruppe deutscher, österreichischer und polnischer junger Erwachsener da. Eine Baracke nach der anderen. Haare, Brillen, Prothesen - alles haben die Nazis weiterverwendet. Und die Arbeitskraft der Gefangenen. Kapitalistische Verwertung als Abfallprodukt der Menschenvernichtung. Einer Menschenvernichtung, die auf der Nazi-Ideologie der Ungleichwertigkeit fußte.
Das sollten wir alles wissen. Wissen wir aber nicht. Wollen wir nicht hören. Relativieren. Das "private Auschwitz" verdrängen.
Nach jeder Baracke wird es schlimmer. Die ersten fangen an zu weinen. Kellerverliese. Menschenversuche. Draußen beginnt es zu schneien. Schwer vorstellbar, wie Menschen hier auch nur drei Tage überlebt haben. Jeden Tag harte Arbeit. In Sträflingskleidung. Barfuß. Im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wird wieder gelacht. Buffer Overflow. Grauen an Grauen. Schriftzüge "Verhalte dich ruhig" an den Wänden der Baracken. Und die Gaskammern.
Deutsche Gaskammern.«

Ein Kommentator mit dem Namen "Gachmuret" schrieb: "Wir haben den Vorteil, bereits zu wissen, wie man es nicht verhindert. Und genau daran krankt die Holocaustthematisierung in den Schulen. Das, was damals geschah, ist derart erschütternd grauenvoll, daß es mich erstaunt, mit welch merkwürdig verkopfter, ritualisierter Distanz dieses Thema häufig behandelt wird. Es ist ein schwieriges Thema - aber ich erwarte von dieser Gesellschaft, daß sie sich dem Thema stellt. Und dazu gehört eben auch, im Geschichtsunterricht das Grauen darzustellen. Dann braucht es auch keinen jährlichen Aufguß der immergleichen Reden."

Den meisten Beiträgen zur Shoah, merke ich eine kühle Distanz zu diesem Ereigniskomplex an und das wird der Schwere und Wirkung der Shoah leider nicht gerecht. Die Shoah ist eines der wichtigsten und für die weitere Entwicklung der Menschheit bedeutendsten Ereignisse. Sie hält nicht nur den "deutschen" Menschen die tiefgreifendste Spiegelung des Mensch-Seins vor, sondern dem Menschen als Ganzes, als Spezies, ohne zu verkleinern, dass es eben "deutsche" Menschen waren, die dieses brutalste und sarkastischste Handeln angefangen und "durchgeführt" haben.

Folgendes möchte *ich noch erwähnen:
Ich bin bei all meinen Betrachtungen und all den Themen, die ich auswähle, nur an der Wahrheit interessiert, Lügen, Umdeutungen und sonstige Verzerrungen der Wirklichkeit, habe ich genug wahrgenommen und leidvoll erfahren / erlitten! Mir geht es darum, Erkenntnisse in allen Dimensionen und jeder Weite zu gewinnen und auch die Shoah in alle Erkenntnisse und Erfahrungen der Menschheit einzubetten, also auch in die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Soziologie, die Psychologie, die Biologie, die Physik, ... , soweit *ich von ihnen Kenntnis habe, ohne auch nur irgendeine Facette der Grausamkeiten, die geschehen sind abzumildern, oder auch zu überhöhen.

Denn, ohne diese Einbettung in die Weiten der menschlichen Erfahrungen, werden Wir keine Auflösung der Verkrampfung und Unsicherheit erfahren, die auch zu dem Hass und dem Schrecken solcher Taten, wie der Shoah, geführt haben. Ich denke, erst mit der Einbeziehung aller Erkenntnisse des DaSein und des SEIN, sind Wir in der Lage, Uns Menschen, die Mit-Lebenwesen und das Geschehene passend und schlüssig einzuordnen und zu bewerten, um so auch herauszufinden, zu klären, wie Wir den Ausbruch solcher Kälte, Ignoranz und Gewalt ausheilen, denn Gesund sind diese Taten für Keines.

Warum ist die Einbettung des Grauens der Shoah in die Menschheit wichtig?
In 09/2010 haben sich Scharfschützen der US-Army im Irak, in Siegerpose vor einer US-Fahne mit unten angehängtem Banner fotografieren lassen, auf dem in Übergrösse die zwei SS-Runen abgebildet waren, Prinz Harry kam in 2005 mit einer Hakenkreuz-Armbinde auf eine Party; und sind die Massenmorde in China, der Sowjetunion, Kambodscha und Ruanda nur singuläre, örtliche und gruppenspezifische Ereignisse gewesen, oder sind auch sie aus der "Menschlichkeit" heraus entstanden?

Ausgrenzung, Folter und Massenmord sind Menschlich, sind - a u c h - Menschlich, die Shoah ist(/war) eine Misshandlung der deutschen Menschen.
Dafür tragen Wir, die wir uns "Deutsche" nennen, die Verantwortung der Erkundung des Warum und Wie, der Erklärung einer geeigneten Veränderung zu Verhinderung solcher grauenvollen Misshandlungen, aber vor allem eines Vorangehens in diesem Veränderungsprozess der Menschlichkeit.

Denn, wie auch Sie in den Medien mitbekommen, ist auch die aktuelle Menschlichkeit noch voller Ausgrenzung, Abschätzigkeit, Fremden- und Selbsthass (Anders Breivik ist eines der jüngeren Beweise), voller Paranoia, Panik, Hass ...

Die nur auf das "Deutsche" und Deutschland, als geschichtliche RaumZeit, beschränkte Aufarbeitung der Shoah greift dabei zu kurz, und ist viel zu eng. Das empfinde *ich, Oliver-August Lützenich, so.

Um diese Misshandlungen einzuordnen und zu bewerten, ohne sie dabei abzuschwächen, von-s ich zu weisen oder auch zu überhöhen, ist die Einbettung in das Mensch-Sein, als Spezies in dieser irdischen Lebendigkeit erforderlich.
Wie handelt das Mensch, warum handelt -Es so, wie -Es handelt, welche Ursachen hat das Mensch, welche Handlungen sind, aufGrund der Umstände, in denen das Mensch eingebettet ist, gefordert, was an Handlungsweisen ist wirklich Frei, was ist einer Situation geschuldet?
.

Braucht das einen Untertitel?
.
Immer wieder wird mit dem Begriff "Schuld" hantiert und schwadroniert:
Schuld? Schuld ist ursprünglich die «rechtliche Verpflichtung zu einer Leistung«: "Tragen Sie ihre Schuld ab.", Bringschuld, Geldschuld und wurde dann auch zu einer «Verpflichtung zur Busse«, nach einem Vergehen, einer Verfehlung oder einem Verbrechen. Kann die Shoah darauf reduziert werden?

War der fabrikative Massenmord in den Vernichtungslagern Treblinka, Sobibor, Chelmno, Auschwitz und ..., waren die Gräuel der Ghettos und Konzentrationslager, oder das Massenverhungern von Millionen sowjetischer Kriegsgefangener, ein Verbrechen?

Lediglich? Was waren diese Taten dann? Ich vermute, mit Worten wie Schuld und Menschheitsverbrechen, werden Wir der Schwere und der Bedeutung dieser Misshandlungen nicht gerecht. Das merke ich auch an der, für mich, oberflächlichen Diskussion zur "Schuld", auch in diesem Blog (FAZ-Blog. Diesen Beitrag habe ich nicht in dem Blog eingestellt, aber so geschrieben, als ob): Hat diese Generation Schuld, oder vielleicht die davor, oder noch die davor ... ja, wo fängt die "Schuld" denn dann an?

Vielleicht schon mit der Zeugung der Menschheit, vielleicht wurde dort schon der Keim für dieses traurige und grauenvolle Desaster des 2. Weltkriegs und der fast 60 Millionen Toten und Millionen von Verwundeten, Entwurzelten und bis heute Traumatisierten gelegt?

Gehen diese Taten so tief hinein und reichen die Anfänge so weit zurück? Ohne die Antworten auf diese und noch tiefere und weitere Fragen, werden Wir eine wirkliche Aufklärung und Aufarbeitung der Geschehnisse im damaligen Deutschland, in Polen, der Sowjetunion und darumherum, nicht erreichen, somit eine Uns von diesen Misshandlungen wirklich befreiende Handlungs-Weise weiter verfehlen. Die Distanz dazu, ist in Ihrem Beitrag (Frau Seeliger) und in vielen Diskussion dazu deutlich zu spüren.

Auch zu den Opferzahlen gibt es ständig Debatten (u.a. von der CDU Abgeordneten Frau Steinbach): Ich denke, es ist jederzeit möglich zu erwähnen, dass die Zahl der getöteten deutschen Menschen, die zweithöchste der Getöteten Menschen im 2. Weltkrieg in Europa ist, wenn folgendes dabei nicht unerwähnt bleibt (siehe im weiteren): Die meisten Getöteten hat die Sowjetunion zu beklagen, ca. 27 Millionen Menschen, davon etwa 11,4 Millionen Soldaten, alleine etwa 3,3 Millionen davon verhungerten (wurden verhungert!) in deutscher Kriegsgefangenschaft, dann folgen die Getöteten auf deutscher Seite, etwa 9 - 10 Millionen, davon 5,7 Millionen Soldaten, 3 Millionen "Zivilisten" und noch fast 1 Million deutscher Menschen, die von anderen deutschen Menschen in Konzentrationslagern zu Tode gequält oder gemordet wurden (ist das Selbst-Tötung zu nennen?), dann folgen die 6 Millionen Getöteten jüdischen Menschen, ... Frau Steinbach liegt also fast richtig, aber sie verschweigt das Deutschland den Krieg und das Morden angefangen hat, deshalb ist "Opfergruppe" ein dämlicher Euphemismus, eine Frechheit, bei all den Informationen die bekannt und bewiesen sind. Und Frau Steinbach und Andere lassen gerne unerwähnt, dass der Anteil der Getöteten der jeweiligen Menschengruppe ein deutlich verschiedener ist, während also von deutschen Menschen etwa 12 - 15 Prozent der Gesamtzahl getötet wurden (Selbst-Schuld?), waren es von den jüdischen Menschen fast 50 Prozent. Beim einen Bild wurde eine Ecke wegggerissen, beim anderen Bild eine ganze Hälfte. Somit ist das "Opfer" ... NEIN, mir gefällt diese Wort nicht, auch nicht in diesem Zusammenhang, da das Opfer ursprünglich und bis Heute die Darbringung einer Gabe an einen Gott/Götter ist, Opfern also eine kultische Handlung ist und war: War das Dritte Reich ein Kult und die Shoah eine kultische Handlung, die vielen Millionen Toten, darin 6 Millionen jüdische Menschen, also eine Opfergabe?

Somit ist der Schmerz und das Leid zu dem die jüdischen Menschen gezwungen wurden weitaus höher, als das, was die deutschen Menschen für dieses grauenvolle Tun erlitten.

Joachim Fest, FAZ, 29.01.1979, in einem «Nachwort» zur Fernsehserie "Holocaust":
"Die blosse Emotion bewirkt sowenig wie das blosse Wissen. Erst aus der Verbindung beider kann jene gefestigte Einsicht kommen, die unseren geschichtlich begründeten Pessimismus verringern würde."

Sonntag, 29. Januar 2012

"Deutsche" Gedanken nach Auschwitz

Heute, am 29.01.2012, zwei Tage nach dem ich den unten folgenden Beitrag schrieb, fiel mir in heiss- und kaltwallungen auf, dass ich die Anführungsstrichelchen nicht gesetzt hatte, so dass ich die Ermordeten und Gequälten noch einmal ausschloss, oder so tat, als könnten z.B. Juden, Buddhisten, Muslime, Sinti, Roma, Polen, Ukrainer, Russen, oder politische Haltungen wie Kommunismus, oder auch Sozialdemokraten, Anarchisten, oder sexuelle Ein- und AusRichtungen neben der Mehrheit der Heterosexualtiät, also der Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität, nicht AUCH Deutsch-sein.

Denn, das deutsche Mensch ist auch von jüdischem Glauben, von Sinti-Herkunft, ist z.B. in Russland gezeugt, deutsche Menschen sind schwul oder kommunistisch und tausende andere Facetten und Ursprünge mehr. Es waren auch jüdische Deutsche, Roma-Deutsche, transsexuelle Deutsche, swingende Deutsche und katholische Deutsche, die in den deutschen Konzentrationslagern gequält und getötet wurden.

Die Katastrophe lag genau darin, dieses "Deutsche" so enorm eng, so quälend ausschliesslich, so fast unverrückbar geographisch, so "un"-menschlich und daher so un-veränderlich (1000 Jahre!) zu fühlen und zu denken, wie es im Dritten Reich geschah, auch davon zeugt mein Beitrag:

Heute ist ein Gedenktag:

Heute, vor 67 Jahren, also vor einem Rentnerleben lang, kamen die Sowjet-Truppen am Konzentrationslager Auschwitz an und befreiten die letzten Gefangenen, besser: sie halfen den gerade noch so halb-EsLebenden Menschen wieder auf die Beine oder sorgten für Jene, die es nicht mehr schafften, für ein einigermassen würdevolles Sterben.
Dieses Ereignis beschämt mich.

Meine Gedanken dazu:
Nun, ich bin deutscher Mensch; was sagt mir das?
Meine Eltern waren beide in Hitlers Jugend und fanden es dort nicht immer schön, aber doch kameradschaftlich, lehrreich, oft auch richtig aufregend. Von meinen Grosseltern war ein-Es in der NSDAP, die ander-Es liefen so mit, waren aber von Widerstand weit entfernt.
4 deutsche Menschen, von damals etwa 65 Millionen.

Deutsche Menschen befahlen, leiteten und ver- und entsorgten den Bau von Auschwitz, Treblinka, Sobibor, Chelmno ..., befahlen die Vernichtung von "Andersrassigen", von "Undeutschen/m", von Andersdenkenden, Andersausschauenden, einfach von Anders..., von "Fremdblütigen", einfach von Fremd..., liessen Erschiessungsgräben ausheben, schossen, sperrten in Ghettos, liessen Gaskammern bauen und fuhren Gaswagen ...

... während meine Eltern in der Heide oder am Wald zelteten, im Gelände Abenteuer spielten, die ersten Liebschaften verabredeten, Lieder sangen, an Frontsoldaten Gedichte schrieben und Fresspakete verschickten, während die Grosseltern brav ihren Dienst taten und grosse Pläne träumten, für die Zeit nach dem Endsieg ...

... fuhren die Züge aus ganz Europa mit Millionen Menschen ins "Generalgouvernement" zur Vernichtung. Vernichtung, Vergasung, Verschiessung, Ver...

...gebung?

Kann ich dem deutschen in mir vergeben?
Oliver-August Lützenich bin ein deutscher Mensch: Was habe ich getan?
Was habe ich danach getan, um so ein (miss-)handeln in mir zu verhindern? Mit der Linken streicheln, mit der Rechten töten. Ist das noch Heute in mir und durch/von *mir, ist *mir das Jetzt noch möglich?
Das Dritte Reich war der extremste Versuch eine Gross-Gemeinschaft zu Vereinen (ein Volk, ein Reich, ein Führer), war der extremste Versuch eine (sprach-/herkunftsgleiche(?)) Gesellschaft von "Fremdem" abzugrenzen, zu überheben. Millionen Menschen -u n t e r- einer "Idee" zu vereinheitlichen, mit Hilfe äusser[st]er Gefahr, inneren Wohltaten und "Reinigung" von Kränkendem, der Massenmedien und modernster Technik, mit allen verfügbaren Mitteln.

Das Ergebnis ist bekannt schrecklich, war ein einziges Grausen, war ein Elend, war ein Schock, war Massen-tödlich (Innen UND Aussen), ist bis Heute eine Schande, ist bis Heute höchst irritierend, ist bis Heute zutiefst traurig.

Ist es Deutsch, so zu (miss-)handeln?
Nein, ist es nicht.

Ist es Mensch-Sein, auch so zu (miss-)handeln? Ja.
Ist das eine Entschuldung/-lastung für ein deutsches Mensch? Nein.
Es ist der Einstieg hinzuschauen, hinzuspüren, hinzufragen, zu diesen deutschen Taten und all den davon Betroffenen, um [eine] ähnliche Tat[en] zu verhindern.

Wenn ich also die Ver... -brechen anerkenne, wenn ich begreife, dass ich auch an der Rampe hätte stehen können, um mit dem Daumen zu entscheiden: zu Tode arbeiten/quälen oder gleich ins Gas, was bedeutet das für mich persönlich? Was lehne ich in mir ab: das deutsche sein oder das Mensch-Sein?

Wenn die Taten nicht typisch Deutsch waren, also nicht etwas familien-/gruppen-spezifisches, sondern etwas Menschen-Mögliches, dann lehne ich das Mensch-Sein in mir ab. Nun, das geht nicht, weil ich esLeben möchte, aber eben nur Mensch bin. Also bleibt als Alternative das Mensch-Sein in mir zu verändern und damit auch das deutsch-sein, das eine kleine Facette davon ist.

Bleibt die immer noch nicht ganz beantwortete Frage: was hat das deutsche Mensch erlebt/erlitten, um so dermassen zu miss-handeln?
Auch diese Frage braucht eine Klärung, um den Blick aus der Rückschau zu befreien, den Gang in eine Richtung zu ermöglichen, in der das Mensch frei ist vom miss-...

... ich selbst lege dieses deutsche-sein mehr und mehr ab, es ist so eng, es ist zu klein, auch das europäer-sein ist so eng, obwohl es von grosser Vielfalt ist, aber im Vergleich zur gesamten Menschheit, ist Eropäisch-Sein klein.
Aber es braucht verdammt lang, bis Mensch aus dieser, auch triebgesteuerten, Handlungsweise, aus so einer Tradition und so einer Familiengeschichte, die ein-Es so durch und durch geprägt hat, herauswächst und Befreiung dabei empfindet.

Glücklich DasJenige, das von Haus aus Freiheit und Weitblick erleben und fühlen durfte und nie die Enge "deutscher Erziehung" erlitten hat.