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Freitag, 13. Dezember 2013

Spekulismus oder Kapilatius

Heute bin ich mal ein ganz kurzes wenig zu Scherzen aufgelegt, also verschliessen Sie ihre Tränensäcke, ausser die Kanäle, die ein paar Tröpfchen zum Lachen durch lassen, denn das Leiden ist nicht nur zum Weinen schlecht, sondern auch - aber selten - zum Lachen gut, gerade, wenn es ein-Es Selbst betrifft, also das Mensch in einem versteckten Bereich, im innen drinn, auch die Komik entdecken darf, auf die das Leiden ansonsten und üblicherartig (siehe auch im aktuellen Verantworten-Blog) die "Hand" drauf hat. Feste druff, nur ja keine Freude ent-werfen, bestenfalls ein wenig Spass, das ist manchmal erlaubt. Das Lachen über ander-Es, über ander-Es, wie ein Wolf stürzt das Spass auf die Winkelzüge der Selbigkeit druff und beisst in das andere Selbst hinein, auch wenn das ander-Es, das Selbe ist, das Mensch ist, denn Spass kann ein-Es auch über ein-Es Selbst machen, immer auf Kosten des Freude, die kommt fast immer zu kurz dabei.

Kommt Josef zu Maria und legt ein Ei. Oder waren es zwei? Maria tippt auf drei, weil mit dem Zählen nehmen es Maria und Josef nicht so genau. Ob ein Ei oder drei, was Mensch in den Händen hält ist immer einerl-Ei, wenn es auch zweierl-Ei sein könnten. Jetzt kommen Sie! Auch so kurz vor Weih- oder waren es Zwei Nachten, darf doch mal ein desreligioser (?) Scherz gemacht werden, wir sind doch hier schliesslich im AusLand, da darf ein-Es doch auch mal über eines ander-Es Ein scherzen oder Zwei. Kommt also Maria zu Josef und drückt ein Ei aus, oder sind es zwei, Maria meint drei Ei. Ei ei ei ..., können Sie den Spruch ergänzen, oder ist das bereits zu lange her?
Preisgünstige Scherze, *ich weiss, aber ich kann gerade das Kapitel für die luxuriösen nicht [er]finden. Werde sie aber bald nachliefern, 2 Jahre GaranTier!

Und das alles, weil mir das zwischenmenschliche Handeln noch ein Rätsel ist? Keines, das mich Nachts nicht schlafen lässt, aber immerhin eines, das mich dilirieren lässt, das mich immer noch nicht glauben lässt, was ich so gerne wüsst.
Wir handeln im DaZwischen, also DrAussen, und wir handeln auch in Uns drInnen. Hat das eine mit das andere zu tun oder ist da mehr als Haut DaZwischen?

Gestern war Oliver-August Lützenich bei einem Vortrag zum Thema "Grenzen des Kapitalismus", an der Berliner UDK, mit Professor Joseph Vogl und war hinterher noch verwirrter, als vorher, aber *ich habe die Frage gestellt: Basiert das menschliche Handeln - auch das des oder auch der Märkte - auf dem Mensch-Sein, auf dem inneren Mensch-Sein, oder sind beides getrennte Handels-Bereiche?
Die Antwort war ausweichend, aber eher zustimmend, obwohl ich im Publikum so ein wenig Ablehnung einspürte. Oder war es eher meine Angst überhaupt so etwas zu fragen, weil vorher Ironie anklang, als ein-Es nach anthropologischen Ursachen menschlichen Jetzt-Handelns fragte.
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Joseph Vogl während des Nach-Fragens
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Witz komm raus, wo bist du? 
Das Mensch handelt, ohne zu wissen woraus. Das Mensch fragt: Was oder Wer bin Ich, und weiss es nicht. Was würde es bedeuten, wenn *ich die Handlungen, die Wir zwischen Uns tun, in Uns beheimate? Wenn also die "äusseren" Handlungen im Organismus wurzeln, wenn *ich also vom Aussen, vom DaZwischen auf das Innen schliesse?
Wenn also die Frage lautet: Kann Ich das Aussen als Spiegel des Innen betrachten? Mit den üblichen Brüchen, die jeder noch so perfekte Spiegel zurückwirft. Oder umgekehrt, kann Ich aus den Ergebnissen der Genetik und der ZellBiologie, dem gesamten Kanon der Wissenschaften der Körperlichkeit, dem "Verhalten" zwischen Zellen und auch aus dem "Betrieb" in Zellen, auf das Handeln der daraus bestehenden Körper, in unserem Fall also des Menschen schliessen? Gibt es da Übereinstimmungen und Gleichschwingungen?

Beruht das Eine auf das Andere, ohne die Umwelt - die Brechung? - zu vergessen?
Mir scheint das so. So so, scheint es also mir, aber mir scheint so viel, wenn auch das Sonne gerade weniger scheint, also tut es auch eine Kerze.
Genug der Spekulatius. Sonst werde *ich noch dick.
Obwohl die so gut schmecken, diese Spekulationen.
Mhhhhmmm! Also gut, gehaben Sie wohl.
Morgen ist ChorKonzert, also bis ?
Servus.

Mittwoch, 18. September 2013

Handels-Wert

Was hat das nun Folgende mit Heute zu tun?
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Kleinst-Park am
Landwehrkanal
in B-Tiergarten
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Aus der Süddeutschen Zeitung, vom 12.08.2013. Eine Kurzrezension über einen Text aus Boccaccios "Decamerone", von Burghardt Müller.

Titel: Geld und Charme. 

Ein Auszug: Drei adlige Jünglinge, Lamberto, Tebaldo und Agolante mit Namen, gelangen durch den Tod ihres Vaters in den Besitz einen gewaltgen Vermögens an Immobilien und Bargeld. Jung und adlig wie sie sind, verschwenden sie fast alles durch ihre prächtige Lebensführung, besinnen sich aber, kurz bevor es zu spät ist, und wandern mit ihrem restlichen Eigentum nach England aus. Dort werden sie, indem sie Kredite auf Wucherzinsen vergeben, alsbald wieder sehr reich. Ihren neuen Reichtum packen sie zusammen, kehren nach Italien zurück und nehmen alsbald wieder die alte Prasserei auf, was natürlich auch diesmal auf Dauer nicht gut gehen kann ... 

So flüssig ist der Besitz, so durchlässig sind die Standesgrenzen geworden in der dritten Geschichte des zweiten Tages, die Boccaccio im "Decamerone" erzählt. Die Ereignisse sind, wie es sich für die Gattung der Novelle gehört, unerhört; aber die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen sie spielen, darf man doch als gängige voraussetzen. In Italien, dem damals reichsten, modernsten und kapitalistisch fortgeschrittensten Land Europas, bahnt sich bereits im 14. Jahrhundert die Amalgamierung der beiden führenden Klassen an, des Adels und der Handels-Bourgeoisie, wie sie auf dem restlichen Kontinent frühestens mit dem 18. Jahrhundert und der Französischen Revolution in Fahrt kommt. 

Freilich kann man noch nicht beides zugleich sein; die in Not geratenen Brüder müssen ins Ausland fliehen, um einen befristeten Wechsel von Klasse und Klassen-Codex vorzunehmen, der sie retten wird.

Geld ist für sie in Italien und in England etwas durchaus Verschiedenes:
In Italien stellt es Erbe, Schatz und Hort dar und schreit geradezu nach der Schaustellung im Konsum; in England geht es in den Aggregatszustand des Kapitals über, dessen Zweck in der Selbstfortpflanzung besteht. Allerdings besteht kein Zweifel an der Rangordnung: Dass Geld sich in etwas zu verwandeln vermag, was sozusagen von allein immer mehr wird statt immerfort bloss weniger, bedeutet eine willkommene Abwechslung, solange, bis die Sanierung geglückt ist. Dann treten wieder die alten Gewohnheiten in ihre Rechte. Boccaccio, Sohn eines Bank- und Handelsagenten, hat später das Gerücht gestreut, seine Mutter sei eine Adlige gewesen; noch später ist er am Königshof von Neapel für Geldgeschäfte zuständig, was ihn aber nicht davor bewahrt, danach zu verarmen. Man tut ihm wohl kein Unrecht, wenn man in Geschichten wie der von den drei Jünglingen, die das Schicksal teils beutelt und teils begünstigt, sein gesellschaftliches Ideal am Werk erblickt: das einer gespaltenen und doch vielfach verbundenen Oberschicht, die ihre oft unsicheren Vermögensverhältnisse durch Kühnheit, Charme und Beweglichkeit auszugleichen vermag und damit so etwas wie allgemein menschliche Vorbildlichkeit erlangt.
Ende Auszug der SZ-Rezension.
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*ich, am Morgen.
Träumer*ich,
sch. Sch.
Wach
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Stecken Wir in unserem Handeln fest?

Die Frage ist doch: Wozu bauen Wir all die Maschinen und die Technik?
Für Uns?

Oliver-August Lützenich bin einfach stutzig geworden, je weiter ich spüre und je mehr *ich fühle, umso mehr weiss *ich, wie sehr ich von Etwas bestimmt bin, das ich weder entworfen noch in Gang gesetzt habe.
Dabei bin *ich keine Maschine wie die, die wir Menschen konstruieren und bauen, nein, aber warum ich bin und warum ich etwas tue, das ich tue, das weiss ich nicht.

Der obige Text und viele andere Texte auch, zeigen *mir, dass wir Menschen in unserem Handeln und unserer Organisation kaum vom Fleck kommen, seit tausenden von Sonnen-Umkreisungen des Planeten, den wir deutsch-sprechenden Erde benannt haben.

Dadurch dass Wir mehr und mehr und um den ganzen Planeten herum inzwischen Heimat gefunden haben, haben Wir zwar mordsmässige Technik entwickelt, weil Wir müssen schliesslich in Verbindung bleiben und so "gross", wie dieser Planet nun mal ist, brauchen Wir dazu eben jede Menge aller grösster und feinster und vielerlei Machinen. Die dieses Verbindungs-Netz, das ein soziales Lebewesen wie das Mensch eines ist, aufbauen und auch noch verbessern. Von der Kundschafter und Verstossenen RaumZeit über die Pferde und Kutschen RaumZeit bis Heute zur Glasfaserkabel und Digitalis RaumZeit. Die Verbindungen zwischen Uns sind immer enger und aktueller geworden.
Das ist für *mich hier absolut NICHTS! besonderes. Warum?

Ganz einfach, die Natur entwickelt immer schon genau das, was Es gerade braucht.

Wenn ich Bücher, Artikel und Dokumentationen über Vorgänge um Uns herum und auch in Uns drinn lese und sehe / höre, dann weicht in *mir mehr und mehr das Erstaunen bei der Besichtigung, mehr noch, bei der Erspürung und Erfühlung des DaSein.

Farben, Formen, Strukturen und besondere oder auch spezielle Kenntnisse und Techniken von Natur-, Lebe-, oder auch DaSein-Wesen, werden *mir hier mehr und mehr zu "normalen" Erfordernissen einer Spezies. Es wurde von eines Spezies gebraucht, sonst wäre Es - das Spezies - aussortiert worden, von den Prämissen der Evolution.

Aber AllEs und Jed-Es bekommt in der Evolution jede Hilfe und Voraussetzung, um die Anwesenheit im DaSein zu verlängern. So auch das irdische Lebendigkeit, dessen wichtiger Bereich die Menschheit ist.

Wenn ich die "Wunder" der Bionik genauer betrachte, oder auch "nur" den Aufbau und die Wirkungen und Verhältnisse innerhalb von uns Menschen, dann wird mir anfänglich vielleicht ganz schwindelig, aber wenn der Schwindel alsbald geklärt ist, merke *ich, dass Wir stets bekommen haben, was Wir brauchten, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wenn es / Wir mit Händen und Füssen nicht mehr zu erreichen war, dann eben mehr mit das Vernunft (Technik!). Das wurde Uns auch von Phase zu Phase erleichtert und die Wahr-Nehmung von Phase zu Phase erweitert, weil wir Menschen haben dazu bis Jetzt nichts beizutragen, das wiederum bemerke *ich, an Unserem allgemeinen Verhalten.

Selbst-Bestimmt; und damit kommen fast alle Handlungsanweisungen von DrAussen.
Selbst-Bestimmtheit kommt von DrAussen, nur merken tut Mensch es bis Jetzt nicht.

Aber egal, wie *ich das hier nenne, Fakt ist, dass Wir noch alles andere als Selbst -entschieden handeln.
Das Mensch wird behandelt.
Gut behandelt vom DaSein.
Wir Selbst missen das Da.
Mehr, als ES Uns lieb ist.

Wir haben fast AllEs vom DaSein erhalten, was für Uns notwendig ist, nur eins fehlt Uns noch, das Selbst-Verantwortliche Handeln.
Das hat Uns das DaSein bis Jetzt vorenthalten.

Warum, das weiss ich einfach nicht, so einfach, wie *ich bin.
Wir können bis Jetzt nur Selbst-Bestimmt handeln und das bekommt Uns selten  - also jeweils nur einer Minderheit in und mit Uns - gut.
Das Selbst-Bestimmte Handeln bekommt nur ein-Es fast immer gut, das was -Bestimmt, und das ist All-Es, das ist ICH, also sind Es Wir Alle die bestimmen, was ein-Es tut.
Wenn ein-Es das bis Jetzt auch noch nicht weiss.

Und wie *ich hier spüre, tut Selbst-Bestimmung weh, obwohl es Uns als Vorteil verkauft wird. Aber wie das mit dem Verkaufen eben so ist, oft genug ist die Verpackung grossartig und der Inhalt darIn kleinhaltig, kleinteilig oder nur mässig zusammengebaut.

Ja, Selbst-Bestimmung ist köstlich, aber eben nur für Uns Alle, und diese Bestimmung steckt bis Jetzt am Selbst fest und ist kaum von dort weggzubekommen, Wir stecken All-Es im / am Gleichen Selbst fest.

Und dieses Selbst ächzt darIn, denn es sind so Viele, die daran hängen Gleich zu sein, statt die Verschiedenheit des Selbst anzu-erkennen.
Die Selbst-Entscheidung wird ein-Es schwer gemacht.
Solange AllEs die Gleichheit von All-Es behauptet.
Aber AllEs und All-Es sind nun mal verschieden.
Aber das anzuerkennen fällt fast AllEs schwer.
Und fast All-Es entgeht es, dass Es anders ist.
Als AllEs.

Nur, was fangen Wir damit nun an?
Die Angst vor der Klärung dieser kleinen Frage ist riesengross!
Fragen Sie die USA.

Donnerstag, 1. August 2013

Welt-Meister

Da habe ich ja nun einen Bekannten, der ganz selten auch mal in meine Blogs hinein klickt und dann gleich darauf bei mir anruft. Empört. Immer.

Das geht Zyklisch nun schon so lange *ich hier blogge. Irgendwie weiss *ich das schon am Klang des Telefons, dass ich den Hörer etwas weiter vom Ohr halten sollte, um einen Schaden im Innenohr zu vermeiden. Nein, so schlimm ist Er nun auch nicht, aber *ich bekomme stets eine Standpauke zu hören.

Heute, eben, habe ich mal ein wenig mit-protokolliert, was Er so zu mir gerufen hat. Bei weitem nicht Alles, weil Er so schnell redet, wenn Er aufgeregt ist. Geht ja wohl den Meisten so, dass Sie ein wenig schneller sind, wenn Sie einen Anderen aber mal so richtig in den Boden, oder so. Wenn Sie einen Anderen loben, sprechen die Meisten langsamer, aber das nur so nebenbei.

Also dieser Bekannte hat mich eben aber mal so richtig angepfiffen! Wie ich denn dazu käme, immer den ganzen Menschen im Schilde zu führen, ob ich nichts besseres zu tun hätte, als stets die Menschheit überblicken zu wollen, ich Kleinling, ich! Ja, ähh, ich war schon irgendwie getroffen, aber bevor ich auch nur ansetzen wollte, fiel Er schon weiter über meine Ohren her.

Ja, Himmel, stöhnte Er lauthals, ständig lese ich bei Dir - immerhin Duzte Er mich noch, weil vom Ton und der Lautstärke her, war Er schon ziemlich weit wegg vom Arschloch!, Sie wissen ja, dass das Mensch das Arschloch gerne duzt, weil Es so nah ist, aber aus der Ferne immer noch Siezt, weil es das dann nicht riechen kann -, ... wie finde ich Jetzt zurück zu meinem Bekannten?

Ach ja, Himmel noch mal, stöhnte Er lauthals, kaum war ich ein paar Wochen nicht mehr in Deinen Blogs, schon nimmst Du gleich das ganze Universum in Besitz! Ich wollte ganz zart anmerken, dass *ich das Universum bestenfalls aus dem Inneren herein ein ganz klein wenig betrachte, aber Er war schon weiter, und warf mir Überspanntheit vor die Gehör-Knöchelchen und brachte sogar Wahnsinn, als möglichen Inhalt meines persönlichen DaSeins ins Gespräch. 

Was sollte *ich darauf sagen, *ich konnte nur etwas verlegen mit dem Kopf nicken und leise anmerken, dass *ich das schlecht beurteilen könne, so von Innen, da stosse *ich zu schnell an meine Grenzen der Einsichts-Fertigkeit und der Spiegel könne *mir da auch schlecht weiterhelfen, *ich hätte es ja schon versucht, aber der bliebe nur stumm, meinte ich. Da spürte ich ein mildes Lächeln bei Ihm, obwohl es kein Fernseh-Gespräch war, aber Er beruhigte mich gleich darauf, dass er mir schon rechtRaumZeitig sagen würde, wenn Er die Gewissheit hätte, dass ich endgültig durchgedreht wäre.

Sie können vielleicht nachvollziehen, dass mich diese letzte Aussage tief getroffen hat, weil, Was möchte schon kurz vor dem endGültigen da sein, was ein-Es ja keine Ruhe mehr lässt. Also nahm ich meinen ganzen Mut aus dem Kühlschrank und blaffte zu Ihm hin, ob er wohl noch ganz zufrieden sei, mit dem, was so um Uns herum passiert!?

Er sagte einfach Ja, was mich fast zur Verzweiflung zurückführte, die *ich kurz vor dem Anruf erst verlassen hatte, kam aber nicht dazu, weil Er dann aufzählte, was Ihn alles momentan ziemlich auf den Arm nahm, und Ihn durch das Er-persönliche DaSein trug. Und glauben Sie mir, oder auch nicht, das war eine ganze Menge Aufgehobenheit, schöne Träume, einige Portionen an saftigen Küssen, ein noch akzeptabler Benzinpreis, das Wetter sowieso und die milde Sonnenbräune seiner Freundin, das Bananeneis mit Schokostreuseln in der Tiefkühltruhe, der neue Fernseher und die Aussicht auf den schon leicht glühenden Grill im Gartenschatten, und *ich solle bitte noch einen halben Kasten schaumiges Weissbier mitbringen, wenn's geht gekühlt, damit Wir gleich mal eines zischen können und nicht lange warten müssen, oder gar den FuselWein der Nachbarn trinken müssten, die Er halt auch eingeladen hat, sind ja ganz nett, meinte Er fast entschuldigend.

Tja, schon war der Wahnsinn in weite Ferne gerückt, das Durchdrehen auf die Würstchen reduziert und der Kleinling zum Prosten vorgeladen. Ich fragte noch ganz vorsichtig, welche Beiträge Ihn denn so aufgeregt hätten; da meinte er nur lachend, ach ja, bei Dir reichen mir oft schon die Titel, dann weiss ich schon Bescheid, welche Ausflüge Du schon wieder unter-nommen hast, hahaha.

Na ja, dachte *ich dann, wo bekomme ich jetzt noch einen halben Kasten gekühltes Weissbier her und bekam gerade noch das Tschüss, bis gleich, mit, dann knackte es auch schon im Telefon.
Sie wissen auch nicht zufällig, wo ich jetzt noch ...
Ach, jetzt weiss ich es.
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Von dem Obigen mal ganz abgesehen, ist Ihnen und *mir ja irgendwie klar, dass ich hier in diesen Blogs fürderhin den weiteren und tieferen Fragen nachgehen werde, auch wenn *ich von der Überspanntheit jede Menge Lieder singen kann, und wenn mich die Gewichtigkeit der Menschheit als Ganzes manchmal fast erdrückt, aber die alltagslosen Fragen suchen auch nach Klärung, und meine Fragen suchen nach Antworten, auch wenn *ich sehr wohl weiss, dass kleinere Brötchen auch nach einem Belag verlangen, oder so.

Hier aber erst mal nur eine kleine Frage:

Gerade habe ich eine für mich erstaunliche Grafik in der heutigen (01.08.2013) SZ (Süddeutsche Zeitung) erlesen!?
Von den 10 umsatzstärksten Unternehmen Weltweit sind 7 Öl-Firmen, dazu 2 Automobil-Firmen und ein US-amerikanischer Handels-Konzern.

Was sagt das von uns Menschen und unserer Beziehungen und unseren Umgang mit unserer LebensGrundlage, in diesem kleinen blauen Planeten, aus?

In dieser Frage steckt wirklich nur Verwunderung, denn alles Urteilen und alles Vor- oder Bei-Verurteilen habe *ich vorher schon entnommen.

Mich interessiert das wirklich, ganz naiv und unvoreingenommen, als fast völlig unerfahrenes Kind, was diese Zahlen und Reihung von mir und damit auch von dem Er-Lebewesen, das ich bin, aussagen?
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Darf ein-Es so unbedarft an diese scheinbaren Tatsachen herangehen, denn überprüfen kann ich diese Angaben ja nun kaum?

Aber höchst erstaunlich ist diese Ballung für mich schon, auch wenn die meisten Leses dabei wohl bestenfalls gähnen und denken, ist doch klar.

Der erste Gedanke ist ein vorteilhafter, denn die Mobilität und die Energie und die Vielfalt an Produkten und die allgemeine Verfügbarkeit, die in dieser Ballung auf den ersten Plätzen steckt, hat Uns ja auch einander näher gebracht, mobiler gemacht, hat die Auswahl um Potenzen erhöht, Uns gesünder, grösser und langlebiger, flexibler, freier und friedlicher gemacht.
Oder etwa nicht?

Klar, die Gewalt und die Ausbeutung und die UnGleichwertigkeiten sind dabei fast in gleichem Maasse mitgewachsen, aber eben nur fast.
Aber ist das weiterhin gut für Uns?
Naive oder berechtigte Frage?

Dienstag, 2. April 2013

Zweifels-Frei?

Da bin *ich ja langsam immer mehr ein Zweifler, kein übersteigerter, weil *mir das "über" nicht liegt, eher noch das "unter", deshalb nehme *ich auch die Forderungen von Aussen gerne an, die ein mehr an Zweifel fordern, statt zu wenig. Deshalb habe *ich auch hier in diesen Blogs seit ein paar Wochen eine neue Kategorie eingerichtet, die »Zweifel« heisst, meinen Zweifel dokumentiert und zu mehr in mir auffordert.

Ein wenig mehr nur, nicht dass das Zweifeln in das Ver-Zweifeln überkippt, denn das ist schädlich für den klaren und weiten Blick, und den aufzubauen und zu bewahren, ist *mir wichtig. Dass *ich da inzwischen auch mit oder bei einer Strömung angekommen bin, die das Geschehen des DaSein von Anfang an begleitet, merke *ich auch an dem unter dem Bild folgendem Fund:
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Ja Herr, bleib bei Uns, denn ... Oder?
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Aus der Süddeutschen Zeitung - Online, vom 31.03.2013, das Original finden Sie hier:

Titel: Die Kraft des Zweifels
Untertitel: Selig sind, die nicht zweifeln, sondern glauben?
Das passt den obersten Funktionären gut ins Konzept. Sie halten jene, die Finger in Wunden legen, für Störer. Aber darum geht es: Jeder Glaube, jede Ideologie braucht den Zweifel. Er ist ein kluges Korrektiv. Zweifel sind Schutzschild gegen den Fanatismus, Heilmittel gegen aggressive Unduldsamkeit. Doch meist kommen sie zu spät.

Ein Kommentar von Heribert Prantl

[...] Auszug

Greenspan hätte besser früher gezweifelt

Bei einer Befragung durch den Untersuchungsausschuss des US-Kongresses zur Finanzkrise zeigte sich Greenspan schockiert darüber, einen Fehler in seiner Ideologie gefunden zu haben: Der unbedingte, der absolute Glaube an die segensreiche Kraft der Märkte sei falsch gewesen; sein Welterklärungsmodell habe partiell nicht funktioniert.

Es wäre besser gewesen, Greenspan und seinesgleichen hätten früher gezweifelt. Dann hätten sie sich nicht so radikal geweigert, gefährliche neue Finanzinstrumente zu kontrollieren, dann hätten sie nicht mit billigem Geld die Welt geflutet, dann hätten sie nicht an ihrem Glauben festgehalten, als man schon sehen konnte, dass er in die Katastrophe führt. Der Glaube braucht Zweifel, sonst wird er unkritisch, realitätsverzerrend, rechthaberisch, manipulativ und gefährlich.

Der Zweifel ist ein guter Partner, er ist das kluge Korrektiv von Glaube und Ideologie. Man weiß das aus der Geschichte von Religionen und Weltanschauungen: Ohne jeden Zweifel wird aus Glaube und Ideologie gefährlicher Fundamentalismus. Zweifel sind Schutzschild gegen den Fanatismus, Heilmittel gegen aggressive Unduldsamkeit; meist kommen sie zu spät. Der Zweifel könnte verhindern, dass aus einem Glauben eine menschenfeindliche Lehre wird, er könnte verhindern, dass eine Ideologie sich die Menschen unterwirft. Der Zweifler und Skeptiker ist also kein Verräter am Glauben; er ist freilich nicht ein Leichtgläubiger, sondern einer, der sich das Glauben nicht leicht macht: er will daher nicht nur bekennen, sondern begreifen.

Der Zweifler in der christlichen Ostergeschichte

In der christlichen Ostergeschichte kommt so einer vor. Er heißt Thomas - man nennt ihn üblicherweise den "ungläubigen Thomas", weil er an die Auferstehung des gekreuzigten Jesus zunächst nicht glauben kann. Diesem Thomas geht das, was ihm seine Freunde erzählen, also die anderen Jünger, zu schnell und zu glatt. Thomas sagt, er kann daran nicht glauben, bevor er nicht den Finger in die Wunde legen kann - in die tödliche Wunde des nun angeblich Auferstandenen. Er will also buchstäblich begreifen, er will mit den Händen spüren, dass da derjenige vor ihm steht, den er zuvor hat sterben sehen.

Thomas zählt weder zu den Unbedachten, die niemals zweifeln, noch zu den Bedenklichen, die niemals handeln. Er vertraut nicht blindlings den Erzählungen der anderen, er besteht auf Augenschein, auf Autopsie, als Bedingung seines Glaubens. Das wird ihm üblicherweise als Glaubensschwäche ausgelegt.

Den vielen Christgläubigen, die von ihrer Kirche nicht zur vermeintlich glaubensstarken, blindgläubigen Elite gezählt werden, wird der zweifelnde Apostel Thomas als Konzession an die eigene Schwäche zur Seite gestellt. Daran wird freilich von den Kirchen die Mahnung an die angeblich Schwachgläubigen geknüpft, doch bitte nicht immer alles begreifen zu wollen.

Dementsprechend wird denn von den christlichen Kirchen auch die biblische Seligpreisung interpretiert, in der es heißt: Selig sind, die (anders als Thomas) nicht sehen und doch glauben. Dieser angebliche Lobpreis derjenigen, die nicht skeptisch sind, nicht zweifeln und nicht immer Zeichen sehen wollen, passt den obersten Glaubens- und Ideologie-Funktionären gut ins Konzept.

Warum? Weil sie diejenigen, die fragen, zweifeln und den Finger in die Wunden legen wollen, eigentlich für Störer halten - für Leute also, die Schwierigkeiten machen. Man soll nicht den Finger in die Wunde legen.

Nichts wird gut, wenn man nichts dafür tut

Genau darum aber geht es: Der Wert einer Religion und einer Ideologie zeigt sich, wenn sie genau betrachtet werden und der Prüfung standhalten. Sie zeigt sich in den Wunden, die sie tragen. Wenn die Taten und Werke nichts taugen, dann stimmt etwas mit der Lehre nicht, auch wenn sie noch so schön daherkommt.

Um den Wert einer Idee, einer Religion, einer Weltanschauung festzustellen, muss man sehen, wie sie sich im Werk verkörpert. Anders formuliert: Der Glaube im Geist bleibt tot, wenn er sich nicht im Werk verkörpert. Die Figur des zweifelnden Thomas lehrt, dass der Auferstehungsglaube nicht aufgelöst werden darf in einem trivialen Optimismus des "Alles wird gut". Nichts wird gut, wenn man nichts dafür tut.

Eine Religion, die sich als Friedensbotschaft bezeichnet, deren Gläubige aber zum Hass aufrufen, ist unglaubwürdig. Eine Kirche, die Nächstenliebe predigt, ist überflüssig, wenn man diese Nächstenliebe in Alltag nichts spürt. Eine Ideologie, die allgemeines Wohlergehen verspricht, ist pervers, wenn sie um des Wohlergehens willen über Leichen geht.

Die Lehre von den segensreichen Kräften des freien Markts ist falsch, wenn und weil der freie Wettbewerb Menschen und Länder systematisch zugrunde richtet. Und ein Europa, das im Süden des Kontinents gewaltige Arbeitslosigkeit, schreiende Not und Verzweiflung produziert, ist kein gutes Europa.

Auch die schönste Idee braucht den Zweifel

Wenn Skepsis und Zweifel an einer Idee, Ideologie, Religion nicht mehr zugelassen werden, gebiert das Verzweiflung. Die Verzweiflung, die Finanzkapitalisten produziert haben, ist greifbar. Die Verzweiflung, die die EU jüngst im Süden Europas produziert hat, auch: Hoch verschuldete Staaten haben auf die Rettung der Banken mit der Kürzung von Sozialleistungen reagiert; die schiefe Verteilung des Reichtums in Europa wurde noch schiefer. Wenn Armut, Nationalismen und Feindseligkeiten zwischen den Ländern Europas wieder auferstehen: Dann müssen zumal die, die an Europa glauben, den Finger in die Wunde legen.

Auch die schönste Idee braucht den Zweifel. Und die österliche Nachricht für die europäische Idee ist, dass der Zweifel an der marktradikalen Ökonomie mittlerweile die Gesellschaft durchdringt.
Ende SZ-Kommentar-Auszug

Und *ich hatte wirklich vor, den Zweifel mal in etwas ausschweifende Wort zu fassen, damit auch dem Umfeld dieses Begriffs in Oliver-August Lützenmir langsam klarer wird, was es damit auf-s ich hat, aber bisher habe *ich es nur bei Andeutungen und Petitessen belassen, daher glaubte *ich weiterhin viel mehr, als *ich zu wissen in der Lage bin.

Noch ist *mir das viele Wissen kaum erträglich, weil, Was weiss ein-Es schon, was es für Konsequenzen hat, wenn ein-Es oder gar Viele ein-Es wissen: Was ist; statt wie bisher üblich und gewöhnlich zu glauben: Was sei?

Aber *ich bin nun auch etwas in die Strömung des DaSein eingetaucht, die den Zweifel weiterträgt, die das Wissen mit Nahrung wärmt, statt das Wissen mit buntschillerndem Schaum fast verhungern zu lassen.

Danke Heribert Prantl für die AusFormulierung des Zweifelns, was *mir bislang nicht gelang.

Danke den Leses für das Interesse, und falls Sie noch ein wenig mehr lesen möchten, dann habe *ich Ihnen auch im Verantworten-Blog ein WortMenü gerichtet, ein ganz banales, aber gut. Oder?

Freitag, 15. Februar 2013

Von der "Wanderung" der Wertigkeit

Der Kondensationskeim für meine Gedanken in diesem langen Beitrag, ist ein ebenso ausführlicher Artikel in der Frankfurter Allgemeine SonntagsZeitung, vom 10.02.2013, in dem die us-amerikanische Ökonomin Shoshana Zuboff ihre Vorstellungen und Ideen zur näheren Entwicklung des aktuellen WirtschaftsSystems darlegte.

Den Original-Artikel der FAS finden Sie hier:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/protokoll-einer-zukunftsvision-das-system-versagt-12057446.html,
auch mit einem Foto der Autorin und ein  paar Leseskommentaren, auch einigen ganz interessanten.

Vielleicht ist es eine neue Entdeckung des Menschen, dass der Wert eines Lebewesens - also die Wichtigkeit einer Einzelheit innerhalb des DaSeins -> für das DaSein, aus der grossen Menge (Masse, Volk) heraus -> - in die jeweiligen Einzelbereiche, die jeweils eine Menge (Menschheit, Religion, Volk, Nation, Region, Tradition, Familie, ...) bilden, hineinverlagert wird. Kurz: die Einzelheit entwächst der Massenheit.

Es ist aber eine Entwicklung, die, wie ich finde, bereits seit dem Beginn/Start des DaSein abläuft, so vermute Oliver-August Lützenich das inzwischen. Aber ich bin nur ein weiterer Mensch, der dieses Prinzip, diese Richtung der natürlichen Entwicklung aus den geschichtlichen Daten entnimmt, so wie es vor mir zum Beispiel auch Immanuel Kant getan hat: 

»Diese Huldigung, die jeder Staat dem Rechtsbegriffe (wenigstens den Worten nach) leistet, beweist doch, daß eine noch größere, ob zwar zur Zeit schlummernde, moralische Anlage im Menschen anzutreffen sei, über das böse Prinzip in ihm (was er nicht ableugnen kann) doch einmal Meister zu werden, und dies auch von andern zu hoffen; denn sonst würde das Wort Recht den Staaten, die sich einander befehden wollen, nie in den Mund kommen, es sei denn, bloß um seinen Spott damit zu treiben, wie jener gallische Fürst es erklärte; "Es ist der Vorzug, den die Natur dem Stärkern über den Schwächern gegeben hat, daß dieser ihm gehorchen soll". 
[...]
Dieser Bund geht auf keinen Erwerb irgend einer Macht des Staats, sondern lediglich auf Erhaltung und Sicherung der Freiheit eines Staats, für sich selbst und zugleich anderer verbündeten Staaten, ohne daß diese doch sich deshalb (wie Menschen im Naturzustande) öffentlichen Gesetzen, und einem Zwange unter denselben, unterwerfen dürfen. — Die Ausführbarkeit (objektive Realität) dieser Idee der Föderalität, die sich allmählich über alle Staaten erstrecken soll, und so zum ewigen Frieden hinführt, läßt sich darstellen. Denn wenn das Glück es so fügt: daß ein mächtiges und aufgeklärtes Volk sich zu einer Republik (die ihrer Natur nach zum ewigen Frieden geneigt sein muß) bilden kann, so gibt diese einen Mittelpunkt der föderativen Vereinigung für andere Staaten ab, um sich an sie anzuschließen, und so den Freiheitszustand der Staaten, gemäß der Idee des Völkerrechts, zu sichern, und sich durch mehrere Verbindungen dieser Art nach und nach immer weiter auszubreiten.
[...]
Für Staaten, im Verhältnisse unter einander, kann es nach der Vernunft keine andere Art geben, aus dem gesetzlosen Zustande, der lauter Krieg enthält, herauszukommen, als daß sie, eben so wie einzelne Menschen, ihre wilde (gesetzlose) Freiheit aufgeben, sich zu öffentlichen Zwangsgesetzen bequemen, und so einen (freilich immer wachsenden) Völkerstaat (civitas gentium), der zuletzt alle Völker der Erde befassen würde, bilden.«
Aus der Schrift "Zum ewigen Frieden", von 1795.

Immanuel Kant war zur damaligen RaumZeit klar, dass seine Vorstellungen noch nicht umsetzbar waren, deshalb lief seine Schrift auf die [Be]Gründung eines Völkerbundes hinaus.

Die Entwicklung zur AufWertung der Einzelheit (ein-Es) im DaSein.
Anders geschrieben: Das einzelne Mensch wird im Vergleich zur Menschheit RaumZeit-Stück für RaumZeit-Stück, Tag für Tag, Jahr für Jahr, bedeutender.
Die Wichtigkeit der Menge für das Einzelne schwindet, in dem Másse ("á" = langes "a"), wie das Einzelne für das Einzelne wichtig ist. Das Einzelne ist weiterhin Mengeteilchen, wird aber von Tag zu Tag weniger und weniger, von den [unbewussten?] Bedürfnissen und Erfordernissen einer Menge, in das das Einzelne eingebettet ist (DaSein, ..., Galaxie, Sonnensystem, Erde-Mond, Menschheit, Religion, Nation, Region, Tradition, Beruf, Familie, ?) dominiert und "kultiviert".
Vielleicht wissen Sie, aus vielen wissenschaftlichen Veröffentlichung (insbesondere der Biologie, der Chemie, der Physik, der Soziologie und Psychologie) und aus ein paar meiner hier eingestellten Beiträge, dass Wir trotz der gefühlten Einzel-"Freiheit" doch weitgehend von inneren und äusseren Gegebenheiten und Entwicklungen fremdbestimmte Lebewesen sind.
Wir tun, was Wir tun müssen; und das zu fast 100%: was Wir tun müssen. Die Grund-Substanz, die Struktur, die Gesetze und Regeln des DaSein, dieses Universums und nicht zuletzt die hier vorgefundenen irdischen Bedingungen geben eine EntwicklungsRichtung der Evolution vor.
Wir Menschen sind darin eingefügt und eingebunden, wir bestehen daraus. Die Freiheit, das Frei-RaumZeit für das Einzelne, welches Jedes von Uns auch ist, die Wir auch fühlen und im Miteinander spüren, ist im Vergleich mit den Vorgaben sehr gering, aber ausbaubar, erweiterbar und wird mehr und mehr erweitert.

Zu fühlen und zu erspüren ist das schon lange. Im Folgenden geht es um eine schon früh bemerkte Entwicklung von der Auflösung der inneren Trennungen der Spezies Mensch; und, diese Entwicklung begleitend - als Voraussetzung, als Nebeneffekt, oder vielleicht auch als Ergebnis? -, um die Stärkung der Einzelheit Mensch, im Vergleich mit den Zwängen der Gruppe. 

Noch ein kleiner Zwischen-Einschub, der ein Flirren in Ihnen und mir aufrichten und auch aufrecht erhalten möchte, bevor es richtig losgeht!
Als Adept (Schüler) des Zweifels möchte ich, bevor auch ich meine Gedanken einflechte und apologetisches Erschreibe, Eins nicht unerwähnt lassen:

Blaise Pascal: "Und da man nicht erreichen konnte, dass das was Recht ist mächtig sei, machte man das was mächtig ist rechtens."
Aus den Pensées, Kapitel 5, Über die Gesetze.

Die Frage: Was ist Wirklichkeit? Und diese Frage gestellt von Lebewesen, die in ihrer Wahrnehmung und Kritikfertigkeit noch so eingeschränkt sind, wie wir Menschen! Was kommt da an "wahrer Wirklichkeit", also an zutreffender Beschreibung der Verhältnisse, des Geschehens und der Zusammenhänge des DaSeins heraus? Und erst recht, wenn der Blick an die Anfänge und dann auch noch in die Zukunft reichen will.
Bis gerade eben wohl eher vieles stümperhaftes und unstimmiges, aber deshalb dürfen und sollen Wir nicht aufhören weiter zu forschen, zu vermuten und vorauszuahnen.
In Ähnlichkeit zu Descartes bekenne ich somit: Ich zweifle, also bin ich.

Noch kurz eine Wort-Herkunft und -Erklärung:
»Das Wort Wirtschaft wird von Wirt im Sinne von Gastgeber und bewirten im Sinne von (ein-) schenken abgeleitet und ist die deutsche Übersetzung des altgriechischen Wortes οἰκονόμος oíkonomos (von altgriech. οἶκος oíkos ‚Haus‘ und νόμος nomos ‚Gesetz‘ oder ‚Regel‘, ursprünglich: νέμω nemein: ‚zuteilen‘/‚entscheiden‘) das Haushälter oder eben Wirt bedeutet. Davon leitet sich auch das deutsche Wort Ökonomie ab. In genau diesem Sinne beschäftigt sich die ökonomische Theorie mit den Gesetzmäßigkeiten des Wirtschaftshaushalts.«
Der Dank dafür geht an Wikipedia.
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Aber nun eine aktuelle Bewertung dieser WERT-Entwicklung, aus dem Hintergrund der Ökonomie, also des Wirtschaftens heraus.

Aus der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, vom 10.02.2013.
Titel: Das System versagt
Untertitel: Protokoll einer Zukunftsvision. Der Kapitalismus, in dem wir leben, hält immer noch daran fest, unser Verlangen zu kontrollieren. Deshalb wird er untergehen, wenn er sich nicht ändert, sagt die amerikanische Ökonomin Shoshana Zuboff.

Einleitung:

Für Shoshana Zuboff beginnt Ökonomie in unserem Verlangen, das Leben so zu führen, wie wir es uns wünschen. In „Information Civilization“, dem Buch, an dem sie gerade schreibt, will sie ausführen, wie ein sozialer Entwurf auszusehen hat, der nicht mehr auf Massenproduktion und Massenkonsum zugeschnitten ist, sondern auf die dezentralisierte Welt des Individuums. „In the Age of the Smart Machine“, 1988 erschienen, hieß ihr erstes vielgerühmtes Buch, in dem sie die technologisch geprägten Umwälzungen durch den Computer voraussagte. „The Support Economy“ wirft vierzehn Jahre später ein frühes Licht auf die Krise unseres Wirtschaftssystems.

Nach dem Philosophiestudium an der University of Chicago und der Promotion in Sozialpsychologie an der Harvard University hat Zuboff als eine der ersten Frauen ab 1981 an der Harvard Business School gelehrt und lebt seit ihrer Emeritierung in einem Landhaus in Maine. Von dort kommt sie regelmäßig nach Boston oder, genauer gesagt, nach Cambridge, wo ich sie in ihrem zweiten Zuhause, einem Hotel nahe dem Harvard Square, getroffen habe. Sie hatte mich gewarnt: „Ich bin eine langsame Denkerin.“ Aber sie hatte nichts von der ansteckenden Begeisterung gesagt, mit der sie ihre Argumente und Ideen entwickelt und in immer wieder neuen, überraschenden Bildern, Beziehungen und Zusammenhängen auf ihre Zuverlässigkeit testet.

Al Gore berichtet in seinem neuen Buch mit dem ahnungsvollen Titel „The Future“ von einer neuen Zwei-Milliarden-Dollar-Anlage, die derzeit von der National Security Agency (NSA) in Utah gebaut werde und künftig in der Lage sei, jedes Telefongespräch, jede E-Mail, jede SMS, jede Google-Suche und überhaupt jede elektronische Kommunikation, ob verschlüsselt oder nicht, zwischen amerikanischen Bürgern zu überwachen und bis in alle Ewigkeit zu archivieren. Muss es einem da nicht kalt über den Rücken laufen?

Das Folgende ist aufgezeichnet von Shoshana Zuboff:

Nach der Veröffentlichung meines Buches „In the Age of the Smart Machine“ habe ich „Zuboffs drei Gesetze“ erklärt.

Zuboffs erstes Gesetz lautet:
Alles, was digitalisiert und in Information verwandelt werden kann, wird digitalisiert und in Information verwandelt.

{Hier kommt mein erster Einschub, dem noch einige mehr folgen werden, aber sie sind alle ziemlich kurzweilig, manche auch etwas länger, und eng an den Erkenntnissen und Thesen von Frau Shoshana Zuboff orientiert, untermalen sie, oder führen sogar darüber hinaus. Das erste Gesetz von Frau Zuboff kenne ich als alte Phrase: Ganz oder gar nicht! Das gilt auch für das zweite und das dritte Gesetz.}

Zuboffs zweites Gesetz:
Was automatisiert werden kann, wird automatisiert.

Zuboffs drittes Gesetz:
Jede Technologie, die zum Zwecke der Überwachung und Kontrolle kolonisiert werden kann, wird, was immer auch ihr ursprünglicher Zweck war, zum Zwecke der Überwachung und Kontrolle kolonisiert.
Das beschriebene Projekt (der NSA) bestätigt nur Zuboffs drittes Gesetz.

{David Hilbert (http://de.wikipedia.org/wiki/David_Hilbert) hat in einem Radio-Gespräch, Anfang des vergangenen Jahrhunderts, bemerkt:
"Wir wollen wissen, Wir müssen wissen!".
Eine wahre Erkenntnis. Vielleicht die "Bestimmung" des DaSeins? Reine Spekulation, aber: Warum sind wir Hier - und das gilt für ALLE irdischen Lebewesen -, mit so einem bemerkenswerten Spezifikum, wie dem Bewusst-Sein ausgestattet, mal weniger, mal mehr?}

Neuer sozialer Entwurf

Aber lassen Sie mich etwas weiter ausholen und auf ein Buch zu sprechen kommen, an dem ich gerade arbeite: „Information Civilization“. Die aufkommende globale Zivilisation bedarf eines grundsätzlich neuen sozialen Entwurfs. 

{In Anlehnung an Immanuel Kant noch ein Beispiel, wie weit in der irdischen RaumZeit der "Zug" in Richtung Globaler Zivilisation schon erkennbar ist:
»Wenn wir eine Idee bezeichnen wollen, die durch die ganze Geschichte hindurch in immer mehr erweiterter Geltung sichtbar ist; wenn irgendeine die vielfach bestrittene, aber noch vielfacher missverstandene Vervollkommnung des ganzen Geschlechtes beweist: so ist es die Idee der Menschheit, das Bestreben, die Grenzen, welche Vorurteile und einseitige Ansichten aller Art feindselig zwischen die Menschen gestellt, aufzuheben; und die gesamte Menschheit ohne Rücksicht auf Religion, Nation und Farbe als einen großen, nahe verbrüderten Stamm, als ein zur Erreichung eines Zweckes, der freien Entwicklung innerer Kraft, bestehendes Ganzes zu behandeln. Es ist dies das letzte, äußere Ziel der Geselligkeit und zugleich die durch seine Natur selbst in ihn gelegte Richtung des Menschen auf unbestimmte Erweiterung seines Daseins.«
Wilhelm von Humboldt, überliefert von Alexander von Humboldt, in seinem Epochen-Werk: "Kosmos", erschienen 1845 - 1862.

Und dieser "Zug", der in den Veränderungen der Natur, der auch die irdische Lebendigkeit folgt, erkennbar ist, braucht noch so einige RaumZeit, um an das EtappenZiel zu gelangen, also der friedlichen Aufhebung der inneren Grenzen der Menschheit. Aber diese Jahre oder auch JahrZehnte, die es noch dauert, sind nur für irdische Lebensformen "lang".}

Was ungeheuer aufregend ist. Denn unsere institutionellen Vereinbarungen müssen komplett neu gedacht werden: die Privatsphäre, das Recht, die gesellschaftliche Verantwortung, auch Dinge wie unsere eigene Transparenz.

{Diese "unsere eigene Transparenz", verstehe ich als die Arbeit und Erforschung des je persönlichen Selbst ins Innere. Als die An-Sammlung der bestmöglichen Antworten auf die Fragen in die Intimität jedes menschlichen Selbst hinein: Was bin ich? und: Wie bin ich?; wobei dieses »ich« dann wesentlich konkreter und einzigartiger gefasst werden wird, als es das Jetzt ist, denn Jetzt ist dieses »ich« ein nur allgemeines »ich«, das jedes Mensch in verschiedenen Sprachen denkt/spricht, welches aber kaum wirklich einzigartige Formen und Farben aufweisen kann, solange Alle »ich« sind, da wird dann schon noch etwas dabei stehen, ein »ich*« vielleicht, oder auch ein »'ich«, in dem jedes Selbst von allen anderen Selbst auch im Bewusst-Sein, dem Ort des »?ich«, einzig ist.}

Der Überwachungsimpuls hat aber unser tägliches Leben längst kolonisiert. Die Überwachung ist subtil und verdeckt; sie ist eingebettet in Dinge, auf die wir tagein, tagaus angewiesen sind. Nur Experten, nur Informationswissenschaftler und Hacker begreifen noch, wie weit das alles fortgeschritten ist. Wir als Gesellschaft verstehen das nicht mehr.

{Dann wird es RaumZeit, dass Wir das verstehen lernen, damit die Angst des Verborgenen und Unbekannten und Versteckten, gar nicht erst entstehen kann. Also in jeder Familie, Kindergarten, Schule und [Lern-/Arbeits-/Vergnügens-]Gruppe vermitteln, dass jede Regung eines jedes Selbst auch bemerkt und registriert wird, und dass Wir dieses Bemerken und Registrieren - also die Selbst- und Mengen-Daten - für ALLE freigeben und nicht mehr in "geheimen" Behörden oder auch Firmen verstecken, oder auch in Uns Selbst als Mittel der Manipulation, der Intrige, der Rache oder auch des Glücks aufbewahren müssen, denn all das behindert jegliche Erweiterung der Freiheit.}

Ohne Regeln

Die Infrastruktur für die Regelung der neuen Informationswege ist bis jetzt nur in kleinen Teilen vorhanden. Es gibt kein übergreifendes Konzept. Uns dämmert erst langsam, dass Einrichtungen, denen wir unser Vertrauen geschenkt und die wir als unsere Freunde angesehen haben, Facebook zum Beispiel oder Google, nicht nach einer neuen Logik handeln, sondern nach der altbekannten, die unseren Interessen zuwiderläuft.

Welche Richtung die Informationstechnologie einschlägt, kommt darauf an, wie einige gesellschaftliche und ökonomische Kernfragen beantwortet werden. Zurzeit geschieht das ohne Regeln und Gesetze. Die Praxis trifft jetzt die Entscheidungen. Etwas geschieht, weil Facebook, weil Google, weil die Regierung der Vereinigten Staates es so wollen. Der rechtliche Rahmen fehlt.

Ich bin trotzdem keine Pessimistin, keine Apokalyptikerin. Lassen Sie mich ein paar Umwege gehen, um das zu begründen. Meine ökonomische Analyse, wie ich es auch in meinem Buch „The Support Economy“ deutlich gemacht habe, ist nicht die eines Ökonomen. Ich gehe von der Phänomenologie des menschlichen Verlangens aus. 

{Dieses "Verlangen" verstehe Oliver-August Lützenich als die Zusammenfassung aller menschlicher Bedürfnisse und Triebe, also auch das nach sauberer Luft, reinem Wasser, vielfältiger Nahrung, engen, vertrauensvollen und vielen sozialen Kontakten (Geborgenheit), einer sicheren und warmen oder auch kühlenden Wohnung, der erforderlichen MitArbeit an der Aufrechterhaltung der Infrastruktur, der Forschung und Kultur - je nach Kraft-, Ausdauer und Kenntnisstand -, dem freien Ausleben der Sexualität von und mit ausgewachsenen und selbst-entscheidenden Menschen und noch so einigen darüber hinausgehenden Wünschen nach Kunst, Musik und Technik. Fällt Ihnen noch mehr an "Verlangen" ein?}

Die Ökonomie geht aus der Gesellschaft hervor, die Gesellschaft aus der Geschichte. Gesellschaft ist die Chronik der Evolution menschlicher Komplexität, aus der wiederum menschliches Verlangen erwächst.

Psychologisches Individuum

Ökonomie beginnt mit diesem Verlangen. In der modernen Gesellschaft offenbart Verlangen sich im Konsum. Wie Wedgwood im 18. Jahrhundert verstanden hatte, dass es auf einmal neureiche Familien gab, die Porzellan wie im königlichen Haushalt wollten, gab es in Amerika Anfang des 20. Jahrhunderts Pioniere, die Farmer und Krämer mit Waren versorgten, die sich vorher nur eine Elite leisten konnte. Voraussetzung dafür, das Konsumverlangen zu erfüllen, war ein erschwinglicher Preis. Henry Ford war einer der Ersten, die all die Teilchen des Puzzles zusammensetzten, bis Alfred Sloan bei General Motors die Sache noch weiter entwickelte: So wurde das 20. Jahrhundert zum Massenzeitalter.

{Ist es nicht vielleicht eher so, dass der starke Anstieg der Anzahl der Menschen diese veränderte Produktions- und VerteilungsArt nötig machte? Dass also diese "Umformung" kein Verdienst von Einzelnen, sondern die blosse Umsetzung eines Erfordernisses war, eine Anpassung an die veränderten Gegebenheiten? Auch das Zunftwesen ist nicht so sehr an falschen Herstellungsprozessen gescheitert, als an der Unfertigkeit, mit den Methoden der Zünfte, die stetig steigende Nachfrage zu decken. Mir kommt es mehr und mehr so vor, als würde die Natur stets auch das Hervorbringen, was die veränderlichen Gegebenheiten als Anpassung an das Verlangen der Aktualität brauchen und auch hartnäckig einfordern. So ist vielleicht auch das Mensch "nur" eine Anpassung an die Bedürftigkeit der natürlichen Veränderlichkeit - ein "Erfordernis" der aktuellen RaumZeit-Bedingungen -, innerhalb der Befriedigung/Erstellung von Notwendigkeiten; eines andauernden Entwicklungsprozesses des DaSeins? Was wissen denn Wir kleinen kurzfristigen Lebensformen von Milliarden Jahren und Billionen und AberBillionen von Sternen und Planeten und Galaxien in diesem Universum?}

Der ungeheure Erfolg des Modells der Massenproduktion und seines Wohlstandswachstums formte die Gesellschaft um; sie wurde komplexer als je zuvor. Und das führte zu größerer Komplexität im Verlangen, in der Arbeitsteilung und schließlich in der menschlichen Erfahrung. Trotz aller Kriege und Gewalttaten ist für mich das dramatischste Produkt des 20. Jahrhunderts jenes Wesen, das ich als psychologisches Individuum bezeichne.

{Ist vielleicht auch die zunehmende Aufwertung [je]des Einzelnes im Verhältnis zu Masse - also das, was allgemein als "Individualisierung" bezeichnet wird -, eine Folge der starken Zunahme an Menschen innerhalb der selben RaumZeit? Früher gab (barg?) die Menge/Masse Geborgenheit und Schutz in einer RaumZeit mit vielen unbesiedelten, offenen Flächen und wenigen Mit-Menschen-Gruppen. Heute ist die Menge der Menschen eher eine Gefahr und bietet nur noch wenig Schutz und Sicherheit, weniger auf jeden Fall von der Geborgenheit und dem Schutz, der noch gefragt und geboten wurde, als Wir noch weniger und weiter verteilt waren, in diesem Planeten. Also sind wohl auch diese Verhaltensarten des Menschen, als fast reines MassenWesen inzwischen überholt, das Einzelne ist gefordert. Aber als solches (verantwortliches aufmerksames Einzelwesen), in dieser RaumZeit-Phase des Übergangs, noch ziemlich überfordert. Ist das so?}

Es ist unsere Last und unser Segen am Ende des Jahrhunderts, dass wir aus dem vertrauten Umfeld vertrieben wurden und auf die Frage nach unserer Identität nicht länger antworten können: Ich bin meines Vaters Sohn, ich bin meiner Mutter Tochter. Jeder von uns trägt die Last, eine eigene Antwort zu finden. Wir müssen uns allein erarbeiten, wer wir sind. So weit die Last.

Neues Bewusstsein

Der Segen besteht darin, dass jeder sich als einzigartig versteht und deshalb einen legitimen Anspruch auf Respekt vor seiner Einzigartigkeit hat. Der Respekt vor dem Individuum aber ist die Antriebskraft für die enorme Ausweitung der Menschenrechtsgesetzgebung, die sich jetzt im 21. Jahrhundert fortsetzt. Ging es früher um Religion, freie Meinungsäußerung und Wahlrecht, wird nun in jedem Bereich unseres Lebens Anspruch auf Rechte erhoben. Von Geschlecht und Sexualität bis zu physischen Fähigkeiten und zum Alter ist kein persönlicher Bereich von diesen Ansprüchen ausgenommen. Ich betrachte das als Aufblühen, als fast unbegreiflich positives Signal von Menschlichkeit. Wir halten uns für wert, in Würde zu leben.

{Da möchte ich den Blick schon noch mal ein wenig aus der (überfordernden?) Einengung des nur-Menschlichen ausweiten, und auch die vielen Mit-Lebewesen in diese Würde mit einbeziehen. Oliver-August Lützenich finde: ALLE Lebewesen sind es wert in Würde zu erLeben. Das ist auch ein Punkt der der BeFreiung, auch Unserer, dient, vermute ich.}

Die Geschichte, die ich Ihnen hier erzähle, scheint mit Ökonomie nichts zu tun zu haben, aber ich mache sie als Kontext geltend, in dem Ökonomie sich entwickelt. Lassen Sie es mich erklären: Wir haben ein institutionelles System aufgebaut, das perfekt auf die Erfordernisse der Massenproduktion und des Massenkonsums zugeschnitten ist und weit über die entsprechenden Firmen und Dienstleister hinausreicht. Die Logik der Massenproduktion wurde zur Grundlage unseres Erziehungssystems, unserer Krankenversorgung, aller Sphären unserer Gesellschaft. Seit dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts kommt es aber zu einer immer heftigeren Kollision zwischen dem neuen Bewusstsein, das ich psychologische Selbstbestimmung nenne, und einem Wirtschaftssystem, das auf große Handelsvolumen, geringe Produktkosten und Standardisierung angelegt ist, eigentlich nicht anders als zu Zeiten von Henry Ford.

{Das Einzelne widerspricht dem Massen-Standard solange, bis der Standard das Einzelne ist.}

Zyklus der Akkumulation

Das alte Geschäftsmodell trifft nun auf eine Gesellschaft, die mehr und mehr vom neuen Individuum geprägt wird, das etwas ganz anderes will. Es ist leicht, an einen Toaster oder ein Auto zu kommen. Die Kosten für diese Waren sind gesunken. Warum? Zum Teil, weil sie für uns nicht mehr den Wert haben, den sie einmal hatten. Wir zahlen für Verbrauchsgüter nur, wie viel wir wollen. Wir wollen jetzt aber die Ressourcen, die es uns erlauben, unser Leben effektiv zu leben, oder anders gesagt: Zugang zu den materiellen und immateriellen Ressourcen zu haben, die wir brauchen, so zu leben, wie wir leben wollen. Solche Ressourcen werden aber kaum angeboten. Daher die Kollision.

{Der erst-Versuch sind die 3D-Drucker, aber die Trekkies wissen, es läuft auf eine Idee und Vorstellung schon der 1970er Jahre hinaus, auf die sogenannten "Replikatoren". Die technischen Fertigkeiten - aufgrund des physikalisch-technischen Wissens und der bereits laufenden Versuche in vielen Laboren -, mit der Manipulation von Molekülen und Atomen (Nanotechnik) und der Beeinflussung von Vorgängen und Veränderungen im Bereich von Piko-Sekunden und kürzer, verwerfen immer mehr die Ansicht, dass diese "eierlegende Wollmilchsau-Maschinen" nur ein Hirngespinnst bleiben werden. Aber zurück zur aktuelleren RaumZeit.}

Unser System befindet sich im Niedergang, und dieser Niedergang stellt den Endteil eines Zyklus der Akkumulation dar. Die fundamentale Natur des ökonomischen Werts ist im Wandel begriffen: Früher mussten Waren einen inneren Wert an sich haben, um auf dem Markt verkauft zu werden. Stattdessen ist der Wert jetzt latent in der Erfahrung jedes Individuums vorhanden und kann nur realisiert werden, wenn das Verlangen des Individuums erkannt und erfüllt wird.

Diese unterschiedlichen Werte bedürfen total unterschiedlicher Mechanismen, ökonomischer Kalkulationen und technischer und sozialer Systeme, um verwirklicht zu werden. Je hartnäckiger wir versuchen, die alten Prozesse im neuen Kontext beizubehalten, desto größere Reibungen entstehen, desto mehr an Wert bleibt unrealisiert.

{Jedes Mensch erhält einen Einzel-Wert; und dieser Einzel-Wert wird aus der Masse entnommen, dadurch schwindet der Wert der Masse sehr - und erdrückt das Einzelne somit weniger. Damit wird aber auch die Verantwortlichkeit für das persönliche und das allgemeine DaSein mit-übertragen; damit auch die Achtung  (die Aufmerksamkeit für- und zueinander und die Umsicht umeinander) plus der Fürsorge für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Spezies und (zumindest) der irdischen Lebendigkeit. Aber damit haben Wir noch grösste Probleme, das macht noch ziemliche Angst und Vor-Sorge.}

Innovation, Mutation

In jedem Zyklus ist Akkumulation erfolgreich, wenn sie im Einklang mit dem Bedarf ist. Verloren geht der Einklang, wenn die alte Version des Kapitalismus sich weniger und weniger am neuen Verbraucher orientiert. Die bestehenden Einrichtungen aber sind nur in der Lage, sich selbst zu reproduzieren. Sie vermögen sich nicht zu transformieren, weil sie in ihrer alten Logik gefangen sind.

Das beste Beispiel ist die Autoindustrie vor Henry Ford. Autos waren Luxusgegenstände, deren Hersteller sich gegenseitig mit immer teureren und luxuriöseren Wagen übertreffen wollten. 

{Zunftwesen trifft auf gestiegenen Einzelbedarf. Noch in den Massen ge-/verborgen}

Sie haben nicht die neue Welt gesehen, in der Normalbürger auch gern Autos gehabt hätten, aber sie sich nicht leisten konnten. Henry Ford, ein Outsider, der nichts mit der Industrie zu tun hatte, musste kommen, um mit den alten Vorgängen zu brechen und die Elemente einer vollständig neuen Logik zusammenzufügen. Niemand hatte zuvor die Idee, mehr zu produzieren, um etwas billiger anbieten zu können.

Ein System im Niedergang neigt nun dazu, den Niedergang mit Innovationen, mit kleinen Veränderungen hier und dort aufzuhalten. Seine Führungskräfte gehen nicht anders vor als die Astronomen, die im Zeitalter des Kopernikus wussten, dass die Daten nicht mehr die Theorie stützten, und daraufhin ihre Theorie zu erneuern suchten, um sie wieder mit den Daten in Übereinstimmung zu bringen, auch wenn sie dazu die verrücktesten Dinge erfinden mussten. Es hat bekanntlich nicht funktioniert. Wird nur noch von Innovation geredet, ist das ein sicheres Zeichen für den Niedergang. Und heute redet jeder von Innovation. Warum sieht es dann so düster aus? Innovation reicht nicht. Es muss zur Mutation kommen.

Dezentralisierte Wertschöpfung

Die biologische Metapher der Mutation ist durchaus angebracht, denn es geht hier um evolutionäre Prozesse. Es gibt gegenwärtig viele Mutationen, und einige davon sind sogar von Dauer, weil sie in die neue Umgebung passen, also in die Umgebung, die menschliches Verlangen in den Mittelpunkt stellt. Innovation hingegen dient lediglich dazu, ein System reparieren zu wollen, das seine Nützlichkeit überlebt hat. Systeme haben nun einmal eine begrenzte Reichweite. Das System des Managerkapitalismus mit seiner konzentrierten Organisation, hierarchischen Kontrolle und Ausrichtung auf den Massenkonsum ist an seine adaptiven Grenzen gestoßen. Innovation hält es bloß künstlich am Leben.

Wir sind am Ende des zyklischen Bogens angelangt, den der Managerkapitalismus durchs 20. Jahrhundert gespannt hat, und beginnen allmählich, Mutationen in organisatorischen Mischformen zu sehen, in Hybriden.

{Die strenge Hierarchisierung der Menschheit und der einzelnen Menschen-Gruppen wird ebenso allmählich aufgelöst.} 

Zudem macht sich das Ende des Akkumulationszyklus, wie es immer in der Geschichte des Kapitalismus geschehen ist, in einer Phase der Finanzialisierung bemerkbar. Das bedeutet, der Kommerzapparat ist ermattet, zieht sich von Güterproduktion und Handel zurück und benutzt das angehäufte Kapital als Basis, um mit finanziellen Instrumenten Profit zu erwirtschaften. Die Folge ist eine Kontraktion, in der Firmen finanziell gesund sind, dank Gewinnen durch finanzielle Transaktionen, aber der Wohlstand der Gesellschaft abnimmt. Soziales Chaos ist unvermeidbar.

{Haben Sie mein "Geld-Gedicht", 14.07.12, schon gelesen oder den kürzlichen Beitrag, vom 07.02.13, "Die Mangel-Bewirtschaftung der FÜLLE"?}

Jetzt aber sind wir auf dem Weg in eine Welt der dezentralisierten Wertschöpfung, des distributed capitalism. Das ist keine technologische Metapher. Die Dezentralisierung geht von den Individuen aus, die nunmehr die Quelle ökonomischer Werte sind. Individuen sind aber nicht innerhalb einer Organisation zu finden, sie treten nicht in konzentrierter Form auf, sie verteilen sich über ihre dezentralisierten Lebensräume. Folglich muss sich auch der Handel dezentralisieren, um in diesen Lebensräumen Wirkung zu zeigen. Heute haben wir erstmals eine technologische Infrastruktur, die ebenso dezentralisiert ist.

Hybridformen

Nehmen wir den iPod. Was hat Steve Jobs da getan? Ich glaube, er hat es selbst nicht gewusst, und darum kann er nicht in einem Atemzug mit Henry Ford genannt werden. Ford war sich sehr bewusst, was er getan hatte. Er hat die Massenproduktionslogik erfunden und war ihr Missionar. Er wollte damit die Welt beglücken. Er verstand, dass Massenkonsum zur Massenproduktion führte. Wie ist das nun mit dem iPod? Schauen Sie sich den Niedergang der Musikindustrie an. Niemand will mehr Geld für CDs ausgeben. Warum nicht? Weil ich nicht die Songs will, die du für mich ausgesucht hast. Ich will die Songs, die mir gefallen, und mit der digitalen Infrastruktur, die mir erlaubt, Songs herunterzuladen und mit anderen zu teilen, gibt es für mich keinen Grund mehr, ein materielles Paket zu kaufen.

Ich als Individuum will meine Musik in meinem Raum hören. Die Musikindustrie hat sich derweil in ihrem Organisationsraum verkrochen. Da kommt plötzlich dieses Computerunternehmen, das nichts mit der Musikindustrie zu tun hat und sie nicht verbessern, nicht erneuern will. Es setzt einfach sein technologisches Knowhow ein und denkt sich völlig neu aus, wie Leute erschwinglich mit Musik zu versorgen sind. Das Geschäft geht draußen vom Nutzer aus, nicht drinnen von der Firma. Eine Inversion der Geschäftsperspektive findet statt. Das meine ich, wenn ich von einer neuen Basis für eine neue ökonomische Logik spreche. Ein verborgener ökonomischer Wert wird als individueller Wert im individuellen Raum realisiert. War das bei Apple eine vollständige Mutation? Nein. Viele Aspekte der Firma sind noch in der alten Logik verfangen. Apple ist ein Hybrid. Der iPod aber hat den Pfad zu einem neuen Zyklus einer neuen Form des Kapitalismus eröffnet.

Auch Google sieht in mancherlei Hinsicht wie eine Mutation aus, ist aber gleichfalls nur ein Hybrid. Woran das zu erkennen ist? Hybride wie Google lassen es zu, dass neue Formen von der alten Logik kolonisiert und infiltriert werden. Wenn Facebook zum Beispiel auf Profit aus ist, fragt es sich dann, wer der Nutzer ist, wonach er verlangt und wie das Unternehmen ihm helfen, wie es mit seinen Interessen gleichziehen kann? Es könnte sich als Plattform für Bildung, für die Krankenversorgung und viele andere Dinge empfehlen, durch die sich unsere Lebensqualität steigern ließe. Und wofür wir bereit wären, etwas zu zahlen. Facebook tut das jedoch nicht. Die Firma verschafft sich Geld nach dem alten Modell, nämlich durch Anzeigen.

Individuelles Vertrauen

Facebook schien

{Die längeren Leses wissen, was ich von "Schein" und dem Pendant dazu, dem "Glauben" halte, VIEL - aber eben als Tatsache wenig bis nichts -, es kann der nah-Orientierung dienen oder bestenfalls der Aufforderung mehr zu forschen und zu wissen. Das gilt auch für die "Gläubigkeit" in den folgenden Sätzen von Shoshana Zuboff, an eine "Unsrigkeit" oder auch "Wohl-/Mildtätigkeit" von Firmen und Organisationen - die ja erst mal fast Unmengen von Geld und somit auch Energie dafür einzusetzen haben, um das zu leisten, was sie für Uns nun mal leisten, da ist die Annahme an eine Barmherzigkeit und "Unsrigkeit" solcher Unternehmungen schlichte Naivität, oder auch einfache Dummheit, im Sinne von Unwissenheit -. Selbstverständlich weiss das auch Shoshana Zuboff, die folgenden Formulierungen sind also als ein Entgegenkommen an die meisten Leses zu verstehen. Den Leses in diesen Blogs komme ich nicht auf diese Art entgegen, bestenfalls darin, dass ich bemüht bin, Worte und Sätze zu verwenden, die Ihnen noch bekannt sind. Oder etwa nicht?}

einmal uns zu gehören. Es war unser Raum. Jetzt verstößt Facebook immer wieder gegen die ökonomische Logik des individuellen Raums, widersetzt sich unseren Interessen und zerstört unser Vertrauen. Google verhält sich nicht anders. Der Machtwille der Firma ist sichtbar geworden, auch ihre Manipulation von Algorithmen und ihre Bereitschaft zur Überwachung. Wir fühlen uns bloßgestellt, allein schon durch eine Google-Suche. Meine beiden Kinder haben Facebook innig geliebt. Heute rühren sie es nicht mehr an. Facebook, das ist für sie jetzt: die da. Und nicht mehr: wir.

Noch einmal: Ökonomischer Wert ist in jedem Individuum verborgen. Ich bin bereit, für Dinge zu zahlen, die mir helfen, ein effektives Leben zu führen. Um zu verstehen, wonach ich verlange, musst du in meinen Raum kommen, und ich muss dir deshalb vertrauen können. Wenn du meinen Raum missbrauchst, schalte ich dich ab. Dieses Verlangen und meine Bereitschaft, dafür zu zahlen, dass mein Verlangen erfüllt wird, eröffnen den nächsten großen Horizont des ökonomischen Wertes. Eine ganz neue, noch nicht kartographierte Landschaft tut sich da auf.

Der Ort des ökonomischen Werts hat sich ins Verlangen des Individuums verlagert. Wären Facebook oder Google oder Apple sich ihrer Rolle als historische Kraft bewusst, würde keiner von ihnen gegen das Interesse seiner Nutzer handeln. Denn sie wüssten, dass sie so auch künftigen Profit verringerten. In jedem Augenblick, in dem sie das Vertrauen des Individuums enttäuschen, geht ihnen Geld verloren. Ist das deutlich genug gesagt?
Protokolliert von Jordan Mejias.
Ende Artikel FAS.

Erkennen Sie im folgenden Zitat auch die Entwicklung von der MassenHerrschaft - also von der Entscheidung FÜR (gegen?) das Einzelne, in einer beliebigen Mehrheit der Menge, dessen MitGlied dieses Einzelne ist -, hin zu einer Befähigung [je]des Einzelnes zur Selbst-Entscheidung?

Jean-Sylvain Bailly: "Die versammelte Nation hat von Niemandem Befehle entgegen zu nehmen". Ausgesprochen am 23. Juni 1789 vor der französischen Nationalversammlung, als Antwort auf die Aufforderung von König Ludwig dem XVI an die Delegierten, die Nationalversammlung sofort aufzulösen.

Oliver-August Lützenich erkenne diese Tendenz darin und auch in der Befreiung der USA von Grossbritannien ein paar Jahre vorher, und in ..., aber das reicht zurück bis in den ersten Versuch eines Monotheismus bei Amenophis IV (Echnaton), zu den ersten Bemalungen an Felswänden, dem ersten Gebrauch von Werkzeug, zum aufrechten Gang, bis zurück zur ersten Bildung von HAUT um Etwas herum.