Posts mit dem Label Derman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Derman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 11. März 2013

BigData und die SprachPotenz

Vorwegg, eine weitere kleine und zarte Annäherung an die mögliche Übereinstimmung von Wirklichkeit und Sprache: 
Das DaSein ist die "Freiheit" zwischen totaler Starre und völliger Unverbindlichkeit. Das DaSein schwingt in dem Bereich zwischen Flexibilität und Stabilität. Das DaSein ist die Bewegung zwischen Verbindung und Zerfall.
Die Bewegung hin <- zur Verbindung (AnNäherung) nennen wir deutsch Sprechend-Es Liebe, die Bewegung wegg -> zum Zerfall (AbWendung) nennen wir deutsch Sprechend-Es Trauer. Was daran ist richtig?

Bevor der Artikel losgeht, möchte *ich zur Überschrift und zur Stimmung im Fremd-Text noch ein paar Wörtchen vorausschicken: meine Ansicht und mein Gefühl ist, dass der Verstand, die Vernunft, der Geist, das Bewusst-Sein, der Intellekt, die Klugheit (fällt Ihnen noch eine weitere Bezeichnung ein?) werden nicht von Daten oder den Sprachen im Hier und Heute verhext, sondern waren es bereits von Anbeginn dieser Fähigkeit. Des Denkens.

Verhext verstehe *ich, als von Falschheit besessen, von Dunkelheit gefüllt, im Nebel tappend, in Unsicherheit schwankend, in Orientierungslosigkeit taumelnd, von Fremden/m eingenommen und von Fremdem/n beherrscht und gesteuert. Sehr übel und kränkend, als Gefühl dazu. Die Sprachen dienen der Füllung mit Wirklichkeit und dienen der Aufrichtung des Menschen aus der FremdBeherrschung und Verdunkelung, so fühle Oliver-August Lützenich das.

.
Die "Hasenheide" in B-Neukölln
.
Aber nun der Fremd-Text, danach noch ein paar Worte mehr:

Aus der Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 06.03.2013.
Eine Kolumne von Emanuel Derman.

Das Original und die Leses-Briefe dazu, finden Sie hier: 
  
Titel: Wenn Daten den Verstand verhexen
Untertitel: In Zeiten von Big Data, heißt es, wird Wahrheit zur Sache der Statistik. Aber ein Berg von Daten enthält noch keine Intuition und Theorie. So groß wie behauptet ist Big Data nicht.

Vor siebzig Jahren war die Kybernetik groß in Mode, vor dreißig Jahren die Katastrophentheorie. Diese vom Griechischen inspirierten Bezeichnungen für zwei Fachgebiete, die einst die Hoffnung beflügelten, menschliches Verhalten erklären zu können, lösen heute leicht nostalgische Gefühle aus - wie Polaroidfotos von jungen langhaarigen Leuten in Glockenjeans und Batik-Shirts. Das neue Schlagwort unserer Zeit lautet „Big Data“. Es meint die Erfassung und Analyse der gewaltigen Mengen an Informationen, die Menschen offenbaren, wenn sie bei Amazon und Netflix einkaufen oder auf Facebook und Twitter schreiben.

{Das ist viel zu wenig Herr Emanuel Derman. "Big Data" ist viel mehr als "nur" die inner- und zwischen-menschlichen Daten. Dazu nur Folgendes: Die FacharbeitsGruppe "Working Group on Data and Informatics" am us-amerikanischen National Institute of Health, stellte in einem aktuellen Bericht fest: "Mit einem einzigen, in wenigen Stunden durchgeführten Experiment, z.B. in den BioWissenschaften, werden bereits Daten im Umfang von TeraBytes generiert". Das sind tausend Milliarden Bytes (Billionen), oder tausende GigaBytes in nur einem der hunderttausende Labors, an einem einzigen Tag!
Weiteres zu der Studie der us-amerikanischen GesundheitsBehörde finden Sie hier:
und dort insbesondere unter dem Punkt: "2 RESEARCH DATA SPANNING BASIC SCIENCE THROUGH CLINICAL AND POPULATION RESEARCH"}

Big Data nutzt eine Mischung aus Computerwissenschaft, Informationstechnologie, Mathematik und angewandter Statistik und wird eingesetzt, um uns Produkte zu verkaufen oder uns zur Wahl bestimmter Politiker zu überreden, indem man das Image des Produkts oder des betreffenden Politikers an unsere spezielle datengenerierte Persönlichkeit anzupassen versucht. Manche behaupten auch, die computergestützte Analyse von Mustern werde in der Medizin, in den Sozialwissenschaften wie auch in der Physik schon bald an die Stelle traditioneller Methoden der Entdeckung der Wahrheit treten. Worin bestanden diese klassischen Verfahren? Denken wir einmal zurück an den großen Triumph zu Beginn der neuzeitlichen Naturwissenschaft: das Verständnis der Gravitation und der Bewegung. Wie kam es dazu?

Kepler und der Fahrstrahl

Noch Jahrtausende nach den Griechen ließen Naturwissenschaftler sich durch Vorurteile dazu verleiten, alle Planetenbewegungen als Kreise um eine stillstehende Erde zu beschreiben. Aber aus der Sicht der um die Sonne kreisenden Erde ist die Bewegung der Planeten zu komplex für einen einzelnen Kreis und scheint gelegentlich sogar im Verhältnis zur Erde zurückzulaufen. Zu ihrer Beschreibung benötigt man deshalb Kreise, die sich auf Kreisen bewegen, welche sich ihrerseits auf Kreisen bewegen, die so genannten Epizykeln.

Schließlich zeigte Galilei, dass die Erde gar nicht stillsteht, sondern gemeinsam mit den Planeten um die Sonne kreist und die absonderlichen, scheinbar rückläufigen Bewegungen der Planeten nicht wirklich deren eigene Bewegungen waren, sondern eine Folge der Tatsache, dass sie von der in Bewegung befindlichen Erde aus beobachtet wurden. In den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts untersuchte Kepler die Daten zu den Positionen der Planeten und formulierte schließlich seine drei erstaunlichen Gesetze der Planetenbewegung: Die Planeten bewegen sich auf Ellipsen (nicht auf Kreisen) um die Sonne; die Verbindungslinie (der „Fahrstrahl“) zwischen einem Planeten und der Sonne überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen; und die Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten verhalten sich wie die Kuben ihrer Bahnradien.

Um einen Eindruck davon zu erlangen, welch ein Wunder diese Entdeckung war, wollen wir uns das Zweite Keplersche Gesetz genauer anschauen: Die Verbindungslinie (der „Fahrstrahl“) zwischen einem Planeten und der Sonne überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen. Diese tiefgreifende Symmetrie der Planetenbewegung impliziert, dass ein Planet sich schneller bewegt, je näher er der Sonne kommt.

Newtons Erkenntnismuskel

Erstaunlich daran ist der Umstand, dass Kepler gar keine Verbindungslinie zwischen dem Planeten und der Sonne beobachten konnte. Seine Daten bestanden allein aus Planetenstellungen am Nachthimmel. Wie kam er dann dazu, die Bewegung der Planeten mit Hilfe einer unsichtbaren, imaginären Linie zu beschreiben? Das weiß niemand so genau, aber ganz sicher bedurfte es dazu einer tiefen Versenkung, eines langes Kampfes und eines seltsamen assoziativen Denkens, das irgendwo in seinem Inneren entsprang und schließlich - Aha! - zu der intuitiven Erkenntnis und ihrer Überprüfung an den Daten führte.

Intuition ist das erste Mittel der Erkenntnis. Der Beobachter kommt dem beobachteten Objekt (oder der beobachteten Person) so nah, dass er dessen (oder deren) Existenz von außen wie von innen erfährt. Intuition ist eine Verschmelzung des Beobachters mit dem Beobachteten. Sie hat etwas Quantenähnliches - die Fähigkeit, an zwei Orten zugleich zu sein.

{Und genau hier begann die Suche der vergangenen Tage nach ein paar Sätzen, die ich schon vor Monaten schrieb und die genau diese An- und Ein-, ja fast ÜberNahme eines anderes Selbst oder auch eines anderes materiellen DaSein, als Inhalt des Wörtchens "Begreiffen" einsetzten. Inzwischen habe ich sie wieder gefunden, sie lauten: "Um ein/etwas AnderEs wirklich - also ohne Abstand -, zu spüren, verlangt somit die (fast) völlige Aufgabe des Erst-Zustandes, ist also ein Umwandlungsprozess oder auch ein -opfer. Gilt das für das Mensch auch, wenn EinEs, ein anderes EinEs wirklich wahrnehmen, ja, mehr noch, einfühlen möchte? Eingeschränkt. Das Bild mit dem Feuer (Um das Feuer zu "begreiffen", müsste EinEs schon Feuer-Sein, zum Feuer werden) geht von zwei sehr verschiedenen DaSeins-Formen aus; wenn Mensch ein anderEs Mensch "sein" möchte, bedeutet das " l e d i g l i c h " die RaumZeitlich kurze aber ebenso gründliche Selbst-Aufgabe. Einen vorübergehenden Selbst-Verzicht; da Mensch zu Mensch dasGleiche (nicht dasSelbe!, das ist Einzig) ist. Erstmals eingestellt habe ich ähnliche Sätze in dem Beitrag "Die Kunst des Urteils", vom 21.06.2012. im Verantworten-Blog. Die Frage darin lautet: Wie bewerte Oliver-August Lützenich Etwas/Eines Anderes passend?}

Die Keplerschen Gesetze beschreiben die Planetenbewegungen, aber nicht deren Ursachen. Erst Newton fand eine Ursache. Er zeigte, dass die Keplerschen Gesetze eine mathematische Folge zweier von ihm entwickelter Theorien darstellen: seiner Theorie der Gravitation und seiner Theorie der Bewegung.

Wie entdeckte Newton diese beiden Theorien? Ganz sicher zeigten die Planetenbewegungen und der fallende Apfel nicht die Gesetze, denen sie folgten. John Maynard Keynes schrieb einmal, er glaube, Newton sei deshalb zu so herausragenden Leistungen fähig gewesen, weil seine „Intuitionsmuskeln“ die stärksten und ausdauerndsten gewesen seien, die jemals ein Mensch besessen habe. Keynes hatte etwas von der Entdeckung der Wahrheit verstanden, das seine formaler denkenden Schüler unter den Ökonomen nie begriffen haben.

Gefahren der Götzenverehrung

Die Newtonschen Gesetze wurden durch die Einsteinschen ersetzt, aber das heißt nicht, dass Newtons Gesetze eine Approximation der Einsteinschen darstellten. Newton verhält sich zu Einstein wie die Handschrift zur Maschinenschrift oder wie die Navigation nach den Sternen zum Global Positioning System (GPS). Zwei verschiedene Ansätze erreichen mit verschiedenen Mitteln und unterschiedlicher Genauigkeit dasselbe Ziel. Der eine ist keine Annäherung an den anderen. Beides sind Theorien, die Tatsachen beschreiben.

Die nächste Form des Verstehens ist das Modell. Ein Modell vergleicht etwas, das wir nicht verstehen, mit etwas, das wir bereits verstehen. Das berühmte Tropfenmodell des Atoms etwa tut so, als wäre der Atomkern ein Wassertropfen, der schwingen und rotieren und sich sogar teilen kann. Das ist nützlich, bildhaft, aber nicht ganz wahr. In ähnlicher Weise vergleicht das Black-Scholes-Modell zur Bewertung von Finanzoptionen die ungewisse Bewegung von Aktienkursen mit der Diffusion des Rauchs, der an der Spitze einer Zigarette aufsteigt. Das ist bis zu einem gewissen Grade nützlich - aber keine Tatsache. Modelle sind Metaphern, Bilder der Realität, aber nicht die Realität selbst. Ihr unvorsichtiger Gebrauch beschwört all jene Gefahren der Götzenverehrung herauf, vor denen Gott im Zweiten Gebot warnt.

Daten haben keine Stimme

Es gibt noch eine letzte Form des Verstehens: die statistische Analyse, die hinter Big Data steckt. Die Statistik versucht, in Daten aus der Vergangenheit Trends und Korrelationen aufzuspüren, und unterstellt, dass diese Trends und Korrelationen auch in Zukunft weiterbestünden. Aber nach einem berühmten, niemand zugeschriebenen Satz bedeutet Korrelation nicht Verursachung.

Big Data ist nützlich, aber kein Ersatz für die klassischen Wege der Welterkenntnis. Daten haben keine Stimme. Es gibt keine „Rohdaten“. Die Entscheidung, welche Daten man sammelt, bedarf bereits der Einsicht. Wer das sinnvoll tun will, braucht die klassischen Methoden: Man braucht weiterhin Modelle, Theorien oder Intuition, um Ursachen ausfindig zu machen.

Wittgenstein hat einmal geschrieben: „Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache.“ Ich verstehe das so: Die Sprache vermag unsere natürliche Intuition zu täuschen, und wir brauchen die Philosophie, um diese Intuition zurückzugewinnen. Ganz ähnlich möchte ich behaupten: Die Wissenschaft ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch Daten.
Ende FAZ-Kolumne.

Am liebsten möchte *ich den letzten Absatz wiederholen, denn es ist ein kleiner Bereich des Ansporns, der m*ich anhält diese Blogs zu füllen. Allerdings falsch herum, oder auch falsch formuliert, aber *ich kann nicht mit Emanuel Derman sprechen, auch fehlt mir das englische Original, um es zu überprüfen.

Aber: Das Sprache ist Lüge und Wahrheit; Es ist beides.
Und ist meistens DaZwischen.

Die Sätze des Abschnitts gehen von der Sprache als vermeintlicher Lüge oder als grober Unstimmigkeit aus, zumindest vom Inhalt der Sprachen als einer [sehr] ungenauen Entsprechung der Wirklichkeit: " ... gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache", von Ludwig Wittgenstein, aus den Philosophischen Untersuchungen, PU 77. Und: "Die Sprache vermag unsere natürliche Intuition zu täuschen ..." von Emanuel Derman.

Bin Oliver-August Lützenich blind oder taub, oder liegen diese Beiden Menschen in der Einschätzung richtig, dass wesentlich mehr gelogen oder verschleiert wird, als genau und aufrichtig geschildert wird: Was ist?

Also, *ich bin da eine weit fröhlichere Einschätzung des Nutzens, des Inhalts und des Gebrauchs der Sprache und dessen Wert für uns Menschen und unsere Entwicklung, wegg von der reinen FremdSteuerung (u.a. TriebSteuerung und die Abhängigkeiten von den Gegebenheiten der umgebenden UmWelt), also dem puren Tier-Sein der Vergangenheit. 
Das bis ins Heute hineinreicht und die Menschheit immer noch weitestgehend bewegt und hemmt, je nachdem, wie EinEs geprägt wurde, was Eines treibt oder auch wünscht.

Falsch eingesetzt ist das Werkzeug Sprache entweder wertlos oder zerstörerisch, aber dieses "Schicksal" teilt die Sprache mit jedem anderen Werkzeug. Richtig eingesetzt, mit Wahrhaftigkeit, mit Freude, mit Genauigkeit, mit ... und klaren Vorgaben (Zielen und Mitteln) gefüllt, ist die Sprache der bedeutendste Schatz den Uns das DaSein an-/zu-entwickelt hat.
Stimmig eingesetzt, ist die Sprache das bedeutendste Potential der Lebendigkeit. Da bin ich ganz gewiss, und diese Gewissheit enthält nur allergeringsten Zweifel, von dem ich ansonsten randvoll bin.

Eine andere Kolumne von Emanuel Derman, mit meinen Zwischen-Rufen und Ein-Rahmungen finden sie hier: "Der lange Weg zur Gleichwertigkeit", vom 20.02.2013, in diesem Blog.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Der lange Weg zur Gleich = Wertigkeit

Eines möchte Oliver-August Lützenich mal ganz für mich bemerken, *ich weiss noch nicht, ob es gut für m*ich ist oder schlecht, aber *ich bemerke, je tiefer und weiter *ich in die Erkenntnisse der Wirklichkeit einsteige und sie zu beschreiben versuche und auch tue, umso weniger wollen diesen Beiträgen folgen, im Umkehrschluss, umso oberflächlicher *ich schreibe und bleibe, umso mehr Klicks generiere *ich für den Beitrag, obwohl sich das in diesen Blogs sowieso in winzigst kleinen Mengen bewegt: *ich gebs ja zu.

Wenn *ich also bei dem Bild einer Pyramide bleibe und diese Pyramide in die Fläche lege und die Spitze der Pyramide als Vorne bezeichne, müsste *ich mit meinen Erkenntnissen schon ziemlich weit Vorne angelangt sein, dort, wo nur noch wenig anderes Bewusst-Sein zu finden ist und somit auch nur noch wenige andere Lebewesen (auch Menschen) da sind und Interesse zeigen können. 
Könnte aber auch Narretei sein?

Das stimmt allerdings sowieso nur, wenn die "Reise" durch die RaumZeit eine lineare "Reise" wäre, wie ein Zug, mit Lokomotive Vorne und vielen Wägen hintenan, oder die RaumZeit zur -Zukunft- durch ein Nadelöhr hindurch fliesst, aber ob das so stimmt, na, ich weiss nicht?

Jetzt aber zur Sexualität und meinen darüber hinaus reichenden Gedanken zur Gleich-Wertigkeit der EinzelWesen der Lebendigkeit.
Eins noch vorwegg: solange ausgewachsene Menschen mit anderen ausgewachsenen Menschen (von Erwachsen schreibe *ich nur mit einem Inhalt, bei dem das Alter eines Menschen nur eine von vielen Punkten ist und bei weitem nicht die wichtigste. Ausgewachsen ist ein Mensch etwa im Alter zw. 18 und 21 Jahren) in aller möglichen Freiwilligkeit und wechselseitiger Zustimmung Sex miteinander haben, ist jede Praxis und Handlungsweise und jeder Wechsel, auch des Geschlechts, für m*ich ohne jegliche Abstriche oder das Erlaubnisgetue von ander-Es anzuerkennen.

Vielleicht muss beim Sex anfangen, was dann irgendwann einmal Allgemein-Gültigkeit wird: die Achtung der Gleich=Wertigkeit trotz / wegen der Verschiedenheit Von-Einander, im Mit-Einander der vielen Selbst, im DaSein.
Sie verstehen mich nicht?

Dann fange ich vielleicht am Besten erst einmal mit dem F.A.Z.-Artikel an, der für meine Gefühle und die Gedanken, die darauf aufsitzen den aktuellen Anlass bietet.

Aus der Franfurter Allgemeine Zeitung, von Montag, 18.02.2013.


Hier der Link zum Original-Artikel und einigen LesesBriefen, den Besten davon habe ich hier unter der Kopie eingebaut:


Titel: Unbeschreiblich weiblich und männlich
Untertitel: Geschlechterzuschreibungen werden immer schwieriger, deswegen müssen wir hier neu nachdenken.

Von Emanuel Derman

Als mein Sohn etwa zwei Jahre alt war, verwechselte er häufig die Wörter „gestern“ und „morgen“ wie auch „rot“ und „grün“, obwohl er nicht farbenblind war und ansonsten recht gut mit Sprache umzugehen verstand. Das veranlasste mich zu der Annahme, dass die Begriffe der Zeit und der Farbe keineswegs selbstverständlich sind, sondern, wie Landwirtschaft oder das Schmelzen von Metallen, Erfindungen oder Entdeckungen darstellen, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Wenn ein Kind bemerkt, dass ein Blatt und ein Pullover beide grün sind, isoliert es möglicherweise eine ungeheuer abstrakte Qualität zweier sehr verschiedener Objekte, eine Ähnlichkeit, die zuvor jenseits der menschlichen Fassungskraft lag.

Das kam mir wieder in den Sinn, als ich in der „New York Times“ einen modischen Artikel mit dem Titel „Generation LGBTQIA“ las, in dem dargelegt wird, dass, sozusagen, die vorderste Front im Kampf um sexuelle Rechte an den Universitäten heute im Bereich der Transgender-Minderheit und anderer Minoritäten liegt. Die gleichgeschlechtliche Ehe ist inzwischen alltäglich, aber der Begriff des Geschlechts ist immer reichhaltiger geworden, und LGBTQIA steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer oder Questioning (in Frage stellend), Intersex und Ally (Verbündete/r).

Nach der Sapir-Whorf-Hypothese können wir nur solche Dinge denken, für die wir Worte haben, und wir können nur dann Worte dafür erfinden, wenn wir die Empfindungen zu kategorisieren und zu abstrahieren beginnen. Die Eskimos besitzen, behaupten manche, mehr Worte für diverse Arten von Schnee als wir, weil Schnee für sie größere Bedeutung hat als für uns, weshalb sie feinere Unterscheidungen entwickelt hätten. Ganz ähnlich konnten wir uns vor den sechziger Jahren nicht „groovy“ fühlen und können es wahrscheinlich heute nicht mehr.

Sie fühlen sich vernachlässigt und schikaniert

Die traditionellen Symbole für „männlich“ und „weiblich“ sind ♂ und ♀, aber ein Blick in Wikipedia zeigt diverse andere Zeichen, die offenbar in den neunziger Jahren in der LGBT-Kultur entstanden sind: für eine Jungfrau, für männliche Transsexuelle, für Intersexuelle, für Asexuelle und so weiter. „Die heutige Jugend definiert sich nicht innerhalb des LGBT-Spektrums“, sagt Shane Windmeyer, Mitbegründerin der Studentengruppe Campus Pride, in dem genannten Artikel über die Generation LGBTQIA, deren Hauptproblem darin liege, dass digitale Geschlechtszuweisungen für uns befreite Sexkimos nicht mehr ausreichten und die Transgender-Kids sich von den einst irregulären, aber inzwischen regelkonformen LGB-Leuten vernachlässigt und schikaniert fühlten. Wenn digitale Geschlechtszuweisungen nicht differenziert genug sind, brauchen wir vielleicht ein analoges Schema, das hinreichend viele Dimensionen besitzt, um jeden zu einer eigenen Minderheit zu machen, etwa in der Art der drei unten abgebildeten Kästen, die jeweils ein Kontinuum darstellen.

Der erste Kasten (unter diesem Abschnitt) beschreibt die von der Ausprägung der Geschlechtsorgane abhängende „biologische“ Geschlechtskonstitution, die auf beiden Achsen, der männlichen wie der weiblichen, zwischen 0 und 100 variieren kann. (Ich gehe davon aus, dass Weiblichkeit und Männlichkeit unabhängige Merkmale sind und Weiblichkeit weder das Gegenteil von Männlichkeit ist noch deren Fehlen bedeutet.) Der kleine rote Kreis im Organ-Kasten zeigt zum Beispiel die cartesischen Koordinaten eines Menschen an, dessen Organe hauptsächlich männlich geprägt sind und einen leichten Zug ins Weibliche besitzen.
.

.
Doch dieser rote Kreis reicht nicht aus, und so werden in dem Kasten, zu dem er sich rechts darüber erweitert, zusätzliche Merkmale angezeigt. Welchem Geschlecht die Organe auch zugehören mögen, nahezu ebenso wichtig ist, als was man sich fühlt, als Mann, als Frau oder als etwas Dazwischenliegendes. Der rote Kreis in diesem zweiten Kasten gibt an, wo dieses eigene Empfinden im Spektrum zwischen „männlich“ und „weiblich“ angesiedelt ist. In unserem Beispiel ist das psychologische Geschlecht hauptsächlich weiblich, mit einem kleinen männlichen Einschlag.

Gleich, als was man sich empfindet, es ist auch wichtig, zu welchem Geschlecht man sich hingezogen fühlt. Dafür steht der rote Kreis im letzten Kasten. Wenn man ganz genau sein möchte, könnte die Geschlechtskonstellation, zu der man sich hingezogen fühlt, ihrerseits eine Konfiguration der drei Kästen statt einfach nur eine bestimmte Mischung aus „männlich“ und „weiblich“ sein, aber dann käme die von den Mathematikern so genannte Rekursion ins Spiel, die ich für den Augenblick vermeiden möchte.



In „Schema der Geschlechter“ (unsere Abbildung unten) finden sich viele, für die es noch gar keine Bezeichnungen gibt. Das Schaubild unten zeigt Diagramme einiger weniger Geschlechtszustände, für die es Namen gibt. Die männliche Lesbierin ist eine physiologisch männliche Person, die sich als Frau empfindet und sich zu Frauen hingezogen fühlt. Der transsexuelle Mann ist gekennzeichnet durch die Entfernung der männlichen Geschlechtsorgane und eine, wahrscheinlich unvollkommene, Nachbildung weiblicher Organe. Eine weitaus kürzere Notation, ähnlich den musikalischen Noten, bestünde lediglich aus drei aufeinanderfolgenden Kästen. Dort lässt sich das meiste davon ablesen, was man wissen möchte.

.
.
Einige der im „New York Times“-Artikel zitierten Studenten sagen von sich, ihre Identität variiere in der Zeit, so dass die Koordinaten im dritten Kasten nicht dieselben bleiben, sondern sich von Tag zu Tag oder von Woche zu Woche verändern. Schopenhauer hat gesagt, der Mensch könne tun, was er wolle, aber er könne nicht wollen, was er wolle. Arlo Guthrie sang 1967: „You can get anything you want in Alice’s Restaurant.“ Vielleicht kann man am Ende ja in Alices Restaurant auch alles sein, was man will, ohne dass jemand daran Anstoß nähme und ohne dass man schikaniert würde. Ist das groovy? Ich weiß es nicht, aber weder ich noch Sie können viel daran ändern.
.
.
.
.
Ende FAZ-Artikel.
Aus dem Englischen von Michael Bischoff.

Dazu ein LesesBrief aus dem FAZ-Net:




Von ALINA DUESSELMAN (MALINKOV) - 18.02.2013 19:20 Uhr
»Vernachlässigt und schikaniert fühlen sich bestimmt auch Mitbürger mit ungleichen Augenfarben, wenn von ihnen die Augenfarbe erfasst wird. Es gibt auch Mitbürger mit bestimmter Augenfarbe, die sich aber mit einer anderen Augenfarbe assoziieren. Es gibt auch Farbenblinde, für welche die ihnen zugeordnete Augenfarbe überhaupt gar keinen Sinn macht. Es gibt behinderte Mitmenschen mit undefinierter Körpergröße. Fehlen jemandem z. B. zwei Beine, ist die Ermittlung der Körpergröße oft unwürdig. Man wird vielleicht mit sehr kleinen Menschen verwechselt, die sich andererseits durch ihre Körpergröße im Perso[nalausweis] eingeengt fühlen. Manch Übergewichtiger würde sein Gewicht am liebsten wegeichen. Fühlt sich jemand z.B. dünner und zieht eher enge Kleidung an,dann fühlt er sich durch die Angabe der Größe an der Kleidung vorverurteilt und somit diskriminiert. Noch haben all diese Schikanierten keine Lobby und keine Unterstützung in der Forschung und den Medien. Velleicht ändert sich das eines Tages und es erscheinen auch Artikel mit Diagrammen über sie und ihre Probleme.«

Die Achtung der Gleich=Wertigkeit trotz / wegen der Verschiedenheit Von-Einander, im Mit-Einander der vielen Selbst, im DaSein?

Sehr sehr wenig-Es erLeben das bereits Heute.
Da das so ist, ist die erste Anerkennung, dass es verdammt schwer sein muss, für das DaSein, für die irdische Lebendigkeit, für das Mensch darIn, die Angst vor diesem Zustand zu beruhigen.
Verschiedenheit macht(!) Angst.

Verdammt schwer! Weil noch fast alle Menschen den fast absoluten GleichStand brauchen, weil fast Alle noch grösste Probleme damit haben Verschiedenheit zu erLeben, erst recht damit klare Verschiedenheit von den MitMenschen zu Sein.
Die Haupttendenz des DaSein ist immer noch die AnGleichung in Verhalten und Äusserem.

Besonders stark in der direkten Umgebung von ein-Es / jed-Es (Familie, Traditionen, Kultur). Und dieses "Eine" ist auch eine Spezies, oder eine SprachGruppe, oder ...
Mensch is[s]t gerne Gleich! Sogar im Karneval / Fasching, wo Köstümierung und Verschiedenheit mal erlaubt sind, ist die AnGleichung die Regel, sonst erträgt Mensch einander nur schwerlich. Diese AnGleichung ist aus der Nähe oft schwer zu erkennen, wegen der vielen Farben und Formen die auch im Kleinsten und Engsten möglich sind; geht ein-Es jedoch ein Stück wegg, nur ein kleines Stück, wird klar, wie ähnlich Alle gerne sind, trotz der paar Farb- und Formvarianten.

Und Mensch ist da in das DaSein ganz und gar integriert.
Dem DaSein ist die Verschiedenheit ein wenig Ungeheuer[lich].
Das ist, bei der enormen, riesigen, gigantischen Vielfalt der irdischen LebensFormen kaum zu erkennen, das hat die Lebendigkeit ganz Klasse hinter jeder Menge Farben und Formen und RaumZeit-Ticks verborgen, aber wenn ein-Es genauer hinfühlt und hinspürt (s.o.), auch mit dem Umweg über die Forschung und die Logik genauer hinspürt (darin auch das sehen), ist, je näher, je klarer erkennbar, dass die Tendenz zur AnGleichung stets mehr gefördert, sogar gefordert wird; und die Verschiedenheit nur in winzigen Portionen und mit Widerwille erlaubt ist. Und nur in PromilleGrössen erreicht wird; erliegen Sie liebe Leses keiner Sinnestäuschung, fühlen und wissen Sie genauer hin. Oder liege ich falsch und es sind bereits Prozente?

Die Verschiedenheit wird geduldet. Weil die Verschiedenheit eben auch mitspielt, weil die Verschiedenheit sogar elementar ist, aber eben weit weniger, als es die Gleichheit ist.
Mensch = Mensch
Da ist nur wenig Verschiedenheit erlaubt.

Und dann gehen sie mal ins Detail:
Deutsch-Sein = Deutsch-Sein
Da ist noch weniger Verschiedenheit erlaubt.

US-Amerikaner-Sein = US-Amerikaner-Sein
Hier beginnen die Probleme deutlich zu werden. Denn was ist US-Amerikaner-Sein anders als Verschieden-zu-Sein, verschiedener Herkunft und verschiedener Tradition und noch so einiger anderer Verschiedenheiten zu Sein. Die USA sind ein Kampf um die Achtung der Verschiedenheit, neben der Gleichheit als Mensch im irdischen DaSein; die USA sind ein VersuchsGebiet, ob diese Tendenz die Menschheit beglücken kann, oder ob sie von der Gleichmacherei wieder eingeholt wird.
Es schaut gut aus.

Wenn auch im Rest der Menschheit eine "Flurbereinigung" nach der anderen zu Tage tritt: Schiiten gegen Sufi und Sunniten, Islam gegen Christen, Kurden gegen Nicht-Kurden, Familie Schmidt gegen Familie Nicht-Schmidt, Hetero gegen Homo (wobei wirklich kurios ist, dass "Homo" ja gr. 'gleich' ist und "Hetero" 'verschieden' ist, wo doch die allermeisten Heteros gerne alles Gleich machen wollen und Homos gerne die Verschiedenheit in der Menschheit anerkannt haben möchten; und was sagt der Homo Sapiens dazu?) und ich gegen fast jedes andere ich.

Mit vielen gefühlen und somit auch vielen Taten und dementsprechend auch vielen Worten wollen Wir einander anGleichen, erkennen also die Verschiedenheit des Anderen ich, des verschiedenen Selbst nur sehr wenig an.
Prägung ist AnGleichung, mit meist sehr sehr zwanghaften Mitteln.
Die Augen zeigen Verschiedenheit, wo kaum eine ist. Nenne ich das Flunkern?
Die Ohren erhören Verschiedenheit, wo keine ist. Nenne ich das Munkeln?
Die Sinne ersinnen Verschiedenheit, wo Gleichheit ist. Nenne ich das Schunkeln?

Oliver-August Lützenich bin auch noch ein AnGleicher, auch ich erfühle Angst in der Wahrnehmung der Verschiedenheit.
Warum sind nicht Alle Menschen so wie ich?

Das wäre doch schön, das wäre doch einfach, dann würde Jedes mich verstehen und mich zu jeder RaumZeit, wenn ich es brauche beglücken, und mich zu anderen RaumZeiten, wenn ich es dann brauche entzücken, oder auch mal einfach still sein lassen und geniessen, wenn ich etwas zum Geniessen gefunden habe und noch so einiges mehr, aber so ist es nun mal nicht. Sie Alle da draussen sind Verschieden von mir, aber nur wenig und trotzdem fällt es mir noch schwer das anzuerkennen, ja gar es zu mögen, wirklich zu mögen, ganz und gar damit zufrieden Da zu Sein, dass Sie da draussen Verschieden sind von OALmir.

Allerdings tue ich mein wirklich Bestes, damit ich von Ihnen Verschieden bin, und bevor ich das bin, brauche ich die Anerkennung dessen, dass Sie verschieden sind von mir, obwohl Sie in so vielem mit OALmir Gleich sind, OALmir gleich sind, ohh, Wir sind Uns doch Alle so Gleich und gleich, weil das eben so nahe beieinander liegt, wie Wir nahe beieinander liegen oder auch sitzen, stehen, gehen oder sonstwas.

Fazit: Oliver-August Lützenich arbeite weiter daran und darin, Sie Alle da Draussen als Verschiedenheit zu spüren und mich OALSelbst als Verschiedenheit von Ihnen Allen da Draussen anzunehmen und das Ganze in FREUDE und Zuneigung, also anders als bisher die Haupt-Tendenz ist, es in LEID und Abneigung verbieten zu lassen.

Gleich=Wertigkeit der Verschiedenheit ist schon verdammt schwierig umzusetzen, gerade Wir deutschen Menschen können auch ein paar Liedchen davon singen! AUCH!
Die Haut ist doch so dünn und braucht doch so viel RaumZeit.
Sie wissen nicht, wovon ich schreibe?

Die Haut trennt. Gleich von Gleich und macht(!) Verschiedenheit.
Vielleicht trennt die Haut ja bald, in näherer Zukunft Verschiedenheit von Verschiedenheit, mehr, als die Haut-s ich bisher traut.
Bis hierhaut, schönen Tag noch.