Sonntag, 27. Januar 2013

Die Un-Zufriedenheit der Nerven

Am heutigen ruhigen und verschneiten SonntagAbend, stellte ich die Frage: Kann und darf ich mit der Resonanz auf mein Schreiben und also auf die Zugriffe auf diese Blogs zufrieden sein? Die Lesesschaft ist ja an drei vier Händen schnell abzuzählen und dazu noch ein paar Zufallsgäste, die ein paar schöne Gemälde über die Google-Bildersuche hier herein geweht hat, die aber meist nichts lesen. Vermute ich mal so?
Darf ich? Ja.

So ein bunter Vogel, so ein bohrender RaumZeit-Genosse, so ein ums GerateWohl und ums allgemeine ICH und ins besondere *ich kreiselnder Mensch, hat es schwerl-*ich leicht und noch dazu ein-Es, das so mit den Worten und Sätzen hantiert, dass es so Manch-Es (!) schwer fällt das zu lesen. Eigentlich verwunderlich, dass so manch-Es dann doch gefallen darin findet und wiederkehrt, mich sogar regelmässig liesst und in den Browser einbaut. Toll.
Und Sie wissen, das "toll" von verrückt, entrückt ist, also:
Sind Sie, die Leses, also verrückt?
Oder bin nur *ich es?

Und Sie schauen dem tollen Treiben hier nur mit einem verwunde[r]ten Auge zu und denken ?
Na, was weiss Oliver-August Lützenich schon?
Derweil, was möchte *ich erreichen?

.
Schaufenster in der
Knaackstr, in Berlin.
.

Klar, möchte (fast) Jed-Es DaSein mit dem Tun etwas erreichen und wenn es "nur" das Sichern des persönlichen EsLebens ist und das ist allemal honorig und wichtig. Aber dieser tolle (!) Typ hier, möchte schon noch ein Stück mehr erreichen, als nur das ErLeben schreibend mit-zu-gestalten, er möchte erfassen, erkennen, bewerten, einordnen, das persönliche Selbst ein wenig umgestalten, um das persönliche ErLeben etwas zu erleichtern, und auch Sie ein wenig packen, weil Sie nun mal auch Da Sind (muss ich das noch betonen: DaSein?), weil Sie mit mir DaSind und Wir einander ja doch irgendwie beeinflussen, egal, wie weit Wir hier auf dieser leicht unrunden Kugel auseinander sind.

Das meint, dass, wenn es Ihnen und den VIELEN Ander-Es im raumzeitlich Gleichen DaSein irgendwie geht, geht es auch *mir hier irgendwie, wie auch immer *ich das hier einordnen tue, dieses irgendwie, Uns Allen hier geht es ähnlich, die Spanne ist nicht sehr Weit, auch wenn das so scheinen mag, so ist es doch bloss ein Schein, der nunmal oft sehr trügt, weil er vom Original entfernt ist und, der Schein ist vom Original oft ziemlich WEIT wegg, scheint gerade noch so herein, mit letzter Kraft, vom Original manchmal Millionen LichtJahre entfernt, ein Punkt nur, obwohl im Original viele Male grösser als diese Galaxie, die die Griechen so benannt haben und in der Wir tollen Typen hier ALLE so mitschwingen.
Bandwurmsätze, ich weiss.

*mir scheint auch so Vieles, und vom Original habe ich keine Ahnung!
Uns scheinen die Verschiedenheiten in Allem und Jed-Es ziemlich gross zu sein, weil, was hat ein Bauer in Pakistan oder ein Fischer auf Borneo oder ein Drogenboss in Mexico oder ein Google-Gründer mit *mir gemein?

Nichts, würde ich spontan sagen, aber Sie wissen, was jetzt kommt, weil Sie meine Definition von Nichts schon kennen, also ist klar, dass dieses vermeintliche Nichts, in Unserem Fall, sehr Viel ist. Im Universalen Massstab ist dieses Nichts gar nicht (!) vorhanden, für Uns ist dieses Nichts aber bedeutend.

Und ich möchte das einfach wissen, was so Alles ist, deshalb rüttle ich auch unablässig an meinen Nerven, um sie zu bewegen, zu lernen, soviel eben geht, obwohl die Nerven oft einfach keinerlei Lust dazu sind, und einfach mit anderen Nerven so mitschwingen und einander NervenGeschichten erzählen wollen, so ganz ungestört, von all dem Zeugs da, um die Nerven herum, da weit oder auch nah, draussen, ausser der Haut, da sollen der Bauch, die Lunge, die Fortpflanzung, in meinem Falle auch der vordere Schwanz und, von den Nerven aus, auch die Arme und Beine darum kümmern, die Nerven wollen einfach nur so elektrisch schwingen und dazu brauchen sie eigentlich kein Aussen, da reicht das kleine Selbst vollkommen aus. So ist das ja auch meistens. 

Aber meine Nerven wollen auch das Draussen erkunden, das wollen sie weder dem Bauch noch den Beinen überlassen und schon gar nicht dem Schwanz, der soll einfach nur so mitschwingen, wenn er denn schon da ist, aber zu sagen hat der gefälligst nix, der hat hier lange genug das Sagen gehabt, das Denken beHerr-scht, dieses labbrige Körperteil da unten, zwischen den Beinen, lange genug war nur von "seinen" Wünschen und Problemen hier, zwischen den Nerven, die Rede und das wird den Nerven langsam zu doof, immer dasselbe, ja, wirklich, in diesem Fall stimmt dieses so wichtige Wörtchen genau: dasSelbe, also etwas GANZ GANZ anderes, als dasGleiche; immer dasSelbe Gedöns da Unten, da machen die Nerven langsam nicht mehr mit. Aber eben nur langsam, weil es, da Unten, schwingt halt auch immer mit, da kann Mensch nichts machen, da hilft auch keine Kutte oder ständiges Auspeitschen, es schwingt stets mit, vielleicht ist ja der Schwanz der Grund für dieses ganze DaSein hier?

Was (Er + Sie + als was auch immer ein-Es daSein möchte = Was) weiss das schon? Sie vielleicht, und Sie da können auch mitreden, Selbst wenn Sie "nur" Lippen zwischen den Beinen spazierentragen, oder auch darauf herum reiten, mögen ja viele Frauen gerne, oder ist das ein Klischee, oder war das jetzt schon "sexistisch"?; ist ja gerade Debatten-Thema, in allen deutschen Medien:  der #aufschrei (ja, mit Hashtag! Twittern Sie?) über den Sexismus in der Gesellschaft, besonders gerne auserlebt von den männlichen MitGliedern und da besonders anscheinend von den etwas älteren und erfolg-reichen Männern; aber ich weiss auch von ein paar einfacheren und jüngeren Männern, wie sehr das Schwänzlein in den Nervenbahnen schwingt und grosse Reden führt, oder auch mal handgreiflich wird, völlig egal, was die Lippen da gerade wünschen oder auch eben ver-wünschen.
Das Darumherum ist da besten Falls Mittel zum Zweck und vielen einfachen nur der Ver-Achtung wert.

Twittern Sie mal #Achtsamkeit, oder auch #Verständnis, Sie werden dort keinen einzigen Tweet finden, ausser Sie schreiben selber einen, ansonsten ist das einer der wenigen Fälle, in denen Nichts wirklich fast die Zahl 0 (Null) enthält, ansonsten, Sie wissen, ist ja das Nichts immer reich gefüllt, es steckt mindestens (fast) immer mindestens ein-Es drinn - und Sie wissen ja, in ein-Es ist jeweils sehr sehr vielEs enthalten -, auch wenn e{ine}s, auch den anderen Es, nichts bedeutet, Mann macht halt so herum, und hat vielleicht sogar etwas Spass dabei, Frau geht es dabei etwas andersherum, aber eigentlich genauso.
Eigentlich geht es Uns doch ganz gut, oder?

Mir schon.
Seit ich "meine" Leses nicht mehr an einer oder auch zwei Händen abzählen kann und das ist schon ein wenig RaumZeit her. SeitHer geht es mir zufrieden; *ich weiss, dass *ich etwas (?) kann, und dass das sogar ein paar andere Menschen "eigentlich" interessant finden, zumindest kommen ein Paar davon immer wieder her und lesen.

Hihihi, jetzt habe *ich doch den Anfang dieses Beitrag wieder erhascht, stark! Dachte schon, *ich schaff das Heute nicht mehr, so wie ich schon wieder hier herumgeflogen bin und das ohne Drogen oder auch maschinelle Hilfe, einfach so, weil meine Nerven es wollen.
Komische Nerven das?

Normal ist das Nicht, das sag ich Ihnen, die wollen mehr als nur fressen und ein wenig mitschwingen mit den anderen Nerven im DaSein, die wollen wirklich wissen. Wissen. Was weiss schon das Schwanz davon? Nichts.
Wieder Nichts! Aber die Nerven wollen es wissen. Wollen wissen:
Was ist?

Was so drummherum ist, um die Nerven herum. Die ham Nerven, was?
Und das ist noch nicht (!) Alles! Die wollen auch wissen, was sie Selbst sind?
Das ist doch der Hammer, oder?
Wo käme das DaSein denn da hin, wenn ALLES und JED-ES wissen wollte:
Was [Es] ist?
Auch noch so im Detail, also selbst ins Innerste des jeweiligen Selbst hinein.
Nein!
Das darf Nicht(!!!) SEIN.

Meinte das SEIN, und damit war Es (das DaSein) erlaubt, auch danach zu fragen, denn das SEIN hat den Hintersinn des Wörtchens NICHT nicht(!) erkannt, dazu fehlte ES (das SEIN) die Erkenntnis, und die holt ES Jetzt (Sie wissen, wie oft ich auf der genauen Bedeutung dieses RaumZeit-Wortes herumgeritten bin: das Jetzt ist immer und war immer von Beginn der Zeugung des DaSein an, bis eben Jetzt!) durch die Nerven hinein, ins SEIN.

Geben Sie schon zu, das könnte doch ohne Weiteres so SEIN, oder ist die Sprache und damit deren Wörter nur ein Schmarrn und für das Ganze wertlos?
Das DaSein könnte das "Einholung" der Erkenntnis SEIN?
Das Schöpf[ungs]Werkzeug des SEIN?
Könnte ja durchaus SEIN?

Ach, *ich liebe diese Betonungen und dieses NervenErregen. Kitzel, kitzel und studier!
Warum fress ich denn sonst so viel Schokolade, soll doch zumindest auch dafür etwas wert SEIN. Hihihi: SEIN, SEIN, SEIN, SEIN ... Sie können froh SEIN, dass ich noch die Kommas DaZwischen geschafft habe, sonst hätte *ich Heute gar nicht mehr damit aufhören können, aber so haben die Kommas immer kurz Halt gerufen und nach dem vierten mal, hat auch die Hand reagieren können und das SEIN am Weitertippen gehindert, das SEIN hätte noch ewig weitergetippt ..., ES hält-s ICH für sooooo! wichtig, obwohl ES das gar nicht IST, oder?
Ich sags Ihnen, hätt ich diesen Zweifel gerade nicht gehabt, hätt das SEIN wieder an-gefangen ..., aber ?

Gefangen an einem Ort, aber an-gefangen Selbst zu SEIN.
Und ich kann Ihnen noch ver-schreiben: Ja, ich bin rundum zufrieden, mit dem DaSein, aber trotzdem werde ich weiter weich an einer Verbesserung dieses DaSein arbeiten, allerdings ohne zu verzweifeln, was ich in der Vergangenheit gerne getan habe, weil ich halt auch noch so wenig wusste; Wissen hilft halt doch auch die Laune weiter zu erhöhen und dann hört auch irgendwann diese nörgelige Verzweiflung auf.
So, von einem Wissen zum nächsten, ist plötzlich Ruhe; und dann kommt erst die wirkliche Kraft zum Vorschein und die ist zu Allem fähig, und das ist schön so, allerdings will Es (das persönliche und vielleicht auch das allgemeine DaSein?) nicht Alles, will vorwiegend Wissen und braucht Es was zu fressen, Fried[en|lichkeit], Freiheit in alle Richtungen, braucht Es ZuNeigung, braucht auch etwas Zärtlichkeit (Sie bemerken die Verschiedenheit zur ZuNeigung: Die ZuNeigung ist FREI von Zärtlichkeit, und die Zärtlichkeit beinhaltet auch (auch!) die Liebe, so habe ich das für Oliver-August Lützenich, bisher erlebt und erlitten.

Die Liebe braucht keine Zärtlichkeit, Es ist sie, so einfach ist das oft.
Sind Sie zärtlich?
Nein.
Na, dann fehlt Ihnen wohl etwas Liebe.
Fühlen Sie-s ich gestreichelt. Das tue ich gerne für Sie, aber ich tue es nur von hier aus, von etwas aus der Ferne, weil Wir einander noch Nicht nahe sind, da ist Zärtlichkeit nur von der Ferne möglich, aber sie fliegt mit Lichtgeschwindigkeit, weil sie aus elektro-magnetischen Schwingungen ist, wie Alles, was leuchtet, wohlgemerkt!, es muss schon leuchten, sonst ist es keine Zärtlichkeit, weil, was Nicht leuchtet, also nicht in Bewegung ist, leuchtet Nicht, aber Zärtlichkeit leuchtet, also ist Zärtlichkeit Bewegung, was Nicht in Bewegung ist, ist Nicht Zärtlich, ich bin es, also leuchte *ich auch ein wenig.

Sind Sie zärtlich?
Dann bleiben Sie dabei, oder?
Wir brauchen doch immer etwas Bewegung, sonst erlebst doch Nichts, also warum Nicht öfter etwas Zärtlichkeit, tut doch Nicht weh und fördert die Bewegung und dafür sind Wir doch AUCH in Bewegung, damit die Zärtlichkeit zunimmt.
AllEs will doch mehr, AllEs und All-Es, also auch die Zärtlichkeit, dafür kommen Wir doch ganz gerne in Bewegung, ... also gut, dann eben Nicht.

Sie merken, dieses verdammte Nicht, foppt Uns ständig!, mal ist wirklich Nichts drinn, aber allermeistens ist dann doch Etwas drinn enthalten, wenn ein-Es genauer hinwisst, andisst, dann liegen da ständig Krümmel drinn, also muss doch auch mindestens ein-Es da Sein (haben Sies gemerkt!), das in dem Nichts enthalten ist, sonst wären doch wohl kaum ständig irgendwelche Krümel drinn und das ist doch wohl etwas mehr als Nichts?, ach das ist jetzt aber wieder Gut.
Schluss ihr Nerven da! RUHE!

Samstag, 26. Januar 2013

Informations-Biologie

Ist das alles nicht aufregend!!!?
3D-Drucker, die bald homemade factories errichten, Mensch bestellt nicht mehr beim Italiener, sondern ruft seinen Drucker nach einer frischen Pizza an, dem 68er Chateau irgendwas und dem Besteck gleich dazu und gespeichert wird alles, wirklich ALLES, was einem Menschen so wichtig und bemerkenswert ist, in ein paar Zellen in der rechten Hand, oder wenn Sie es so wollen, auch im linken Unterschenkel, gerade so, wie Sie das wollen, oder wo gerade in Ihnen Platz ist, oder auch Bedarf ist, nach heisser Information, oder auch kalter, ist mir doch egal, wie warm Ihnen die Informationen so sind.
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Welche Farbe hättens denn gern?
Hauswand an der Skalitzerstr.,
in Berlin-Kreuzberg.
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Also, wenn ich in die Zukunft, die jetzt schon in manchen Labors vorgekocht wird, schaue, sehe ich keinen Menschen und keinen Alltag mehr, wie es Heute noch weitgehend üblich ist, und ich imaginiere dabei vielleicht einen Menschen des 18. Jahrhunderts, Das (welches), gefragt nach der Zukunft, noch nicht mal eine Vorstellung von Eisenbahnen hatte, die Wir inzwischen wohl bald schon wieder ins Museum einmotten, so schnell, wie die Entwicklung inzwischen an Fahrt aufgenommen hat. Und es geht zügig voran: schon ÜberMorgen sind die SmartPhones, die Heute noch so begehrt sind und zart gestreichelt werden, wegg vom Fenster, auch schon nur noch im Museum zu finden. Die Museen werden überquellen von Erfindungen und Entdeckungen und ebenso geschlossen werden, weil kein Mensch mehr diese Riesenanzahl an Zeugs, was Wir schon entwickelt haben und gerade entwickeln und noch entwickeln werden, mehr überblicken mag und im Konkreten kann; Nein, diese Museen werden in Uns hineinwandern, Ja, Sie haben richtig gelesen, dieses ganze museale Schauen wird bald auf ein paar Quadratmillimeter in Uns Platz finden in 3D und zum "anfassen"; Sie glauben das nicht, Sie wissen, was ich inzwischen vom G/glauben halte, VIEL, aber als tatsächliche (im Unterschied zur riesigen Vorstellungs-Welt und der Phantasie) Wirklichkeits-Beschreibung wenig, ziemlich wenig, weil die Wirklichkeit ist (die Phantasie und die Vorstellungen sind auch, aber irgendwie nicht tatsächlich, ach!, es ist schon kompliziert das auseinander<-zu->halten, denn eines ist dann auch doch ins andere hineingewebt. Stoff für einen eigenen Beitrag) und davon bietet das G/glauben eher wenig, aber das nur nebenbei, also Sie glauben das nicht, na, dann lesen Sie den folgenden Bericht von Herrn Müller-Jung, aus der FAZ:

Aus der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2013, von Joachim Müller-Jung
Obertitel: DNA als Datenspeicher
Titel: Dieses Fleckchen Materie.
Untertitel: Erstmals ist es Forschern gelungen, Informationen vollkommen fehlerfrei in DNA zu speichern und anschließend zu lesen. Das Genom wird zum Mikrospeicher für gigantische Datenmengen. Eine Revolution in der Speichertechnik.

Wie, um es mit dem großen Erwin Schrödinger zu sagen, kann ein so „kleines Fleckchen Materie“ so verflucht viel Information speichern: In eine einzige Tasse passen so viele Bits wie in 100 Millionen Stunden HD-Videomaterial. Die Bibliothek von Alexandria - ein Kulturerbe und Informationsmoloch, der durch ein Nadelöhr ginge. So in etwa muss man sich vorstellen, was da im britischen Hinxton ein paar Biotechniker - und nicht etwa Halbleiteringenieure, sondern Biologen - jetzt ins Werk gesetzt haben. Gut vorstellbar, dass damit eine neue Zeitrechnung im Umgang mit Bits und Bytes angebrochen ist.

Es ist das Zeitalter, in dem große Informationsmengen nicht mehr elektronisch auf Festplatten oder mit Magnetbändern gespeichert werden, sondern digital kodiert in exakt dem Material, mit dem die Natur das Leben selbst hervorgebracht hat: DNA, Desoxyribonukleinsäure. Das Genom wird also zur ultimativen Rechen- und Speichermaschine. Ein Informationssystem mit gefriergetrockneten Bits. Noch nie war Information zuvor in so kleinem Maßstab niedergeschrieben worden.

In der Wissenschaftszeitschrift „Nature“ ist die Erfindung, die wie die meisten technischen Revolutionen keineswegs über Nacht gekommen ist, in all ihren Details beschrieben. Die Biotechniker haben sich für ihr Projekt fünf Vorlagen genommen, die den kulturellen Mehrwert des neuen Mediums symbolisieren sollen: ein 26-Sekunden-Auszug aus einer MP-3-Datei mit Martin Luther Kings Rede „I have a dream“, sämtliche 154 Sonette Shakespeares, aufgezeichnet als MP-3-Audiofile, sowie Watsons und Cricks bahnbrechende Veröffentlichung über die DNA-Doppelhelix, einen Algorithmus des Informationstheoretikers Claude Shannon sowie eine Fotodatei des Instituts in Hinxton.

Das Cern wiegt weniger als vierzig Gramm

Was alle fünf Dateien gemeinsam haben: Ob Töne, Geräusche, Zeichen oder Bildpunkte - sie alle sind in einem digitalen Code verschlüsselt, der in der Abfolge der Nullen und Einsen, der Bits, auf dem Chip fixiert ist. Nichts anderes tut die DNA. Sie besteht aus einem chemischen Alphabet, dessen eigentlicher Zweck es ist, den Bauplan des Lebens zu kodieren und von Generation zu Generation weiterzugeben. Die chemische Zusammensetzung des DNA-Strangs spiegelt also exakt die digitale Information dieses Bauplans. Wie Gene digitale Information sind, so ist es Musik und die Sprache. Nicht der „Lebensfunke“, das Feuer oder Atem befinden sich im Genom, stellte Richard Dawkins fest, sondern „Informationen, Wörter, Anleitungen“. Information bewegt aber nicht nur Lebewesen, sondern, wie jeder weiß, die moderne Zivilisation selbst.

Die britischen Forscher um Nick Goldman haben also die Bits aus den fünf Audio-, Text- und Bilddateien in den digitalen Standardcode ASCII übersetzt. Das Ergebnis: 757 051 Bytes, die in einem DNA-Sequenzierer als Bauanleitung genutzt und chemisch übersetzt wurden. Aus den Bits und Bytes wurden so genau 153 335 einzelne DNA-Fäden, die zusammengesetzt die gesamte Information der fünf Dateien enthielt. Ein Kunststück, das zum ersten Mal vollkommen fehlerfrei gelungen ist. Mehr noch: Das gesamte DNA-Material, in den geringen Mengen praktisch unsichtbar für das menschliche Auge, wurde gefriergetrocknet und in einer winzigen Ampulle von den Vereinigten Staaten via Großbritannien nach Deutschland verschifft. Nimmt man sämtliche Informationen des Cern in Genf, wo weltweit die meisten Daten erzeugt und gespeichert werden, braucht man weniger als vierzig Gramm DNA, um alles abzuspeichern.

Die Chipbranche wurde längst überholt

Am Europäischen Molekularbiologischen Labor wurde die in Hinxton codierte DNA in einem Sequenzierer Bit für Bit analysiert und die verschlüsselte Information damit wiedergewonnen. Fehlerquote am Ende des Lesevorgangs: null. Dennoch ist kaum anzunehmen, dass das Experiment der Computerindustrie gleich Mores lehren würde. Wenn alles normal läuft, dürften sich DNA-Rechenmaschinen erst in zehn Jahren wirtschaftlich rechnen. Erst? Fakt ist: Die verwendeten DNA-Verfahren, mit denen vor zwölf Jahren auch das Humangenom entziffert wurde, laufen in ihrem Leistungsvermögen der Computerindustrie längst davon, die Apparate arbeiten mittlerweile spottbillig: So schreitet die Informationsverarbeitung der DNA schätzungsweise zehnmal so schnell voran wie in der Chipbranche. Es ist eine Revolution, die in unserer Konsumwelt noch nicht angekommen ist, aber ansatzweise zumindest schon dabei ist, die Hightech-Medizin umzukrempeln.

Als vor fünfzig Jahren der DNA-Code entschlüsselt wurde, war es der Russe George Gamow, der im legendären „RNA Tie Club“ mit Watson und Crick die Sache auf den Punkt brachte: „Der Kern der Zelle ist ein Warenlager an Informationen.“ Heute ist alles Information, und Information ist alles. Gefriergetrocknet in DNA codiert, ist sie so sicher wie in Abrahams Schoß: Während moderne Datenträger alle paar Jahre überspielt werden müssen, um möglichst wenig Bits zu verlieren, ist der DNA-Speicher wartungsfrei. Und braucht keinen Strom. Mindestens zehntausend Jahre sei die Information bei Raumtemperatur lagerbar. Das perfekte Archiv, ein bionisches Wunder? Theoretisch schon.

Und?
Aber Sie haben ja Recht, alles Zukunftsmusik, werden Sie nicht mehr erleben, ich wohl auch nicht mehr, oder? Oliver-August Lützenich gehe jetzt auch erst mal noch ein neues fabrikgebautes Tablet kaufen, bevor die 3D-Drucker marktreif sind, und ich mir selbst eins Drucken kann, ganz nach meinen Wünschen und Bedürfnissen.
Schade, dass die Zukunft immer so weit entfernt ist! Immer ist nur Jetzt und die Zukunft ist immer nur in manchen Labors, und da komme ich noch nicht rein. Schade. Sonst würd' ich mir auch schon mal das MoMa und den Louvre und ... in den linken Schulterknochen einspeisen und Nachts ein wenig darin wandern und ab und zu einen Sauerbraten ausdrucken lassen, mit einem guten Pils dazu, aber noch ist Jetzt und ich muss es selber tun und kochen und verreisen für teuer Geld. Naja, vielleicht ist diese Zukunft ja doch nicht so weit wegg, wie ich es jetzt vermute? Moi schaun!