Samstag, 9. Juni 2012

Kuhkomfort und die Folgen

Und jetzt behaupte noch ein-Es, dass uns Menschen die Mit-LebeWesen und deren ergehen unwichtig sei! Ist es nicht. Immer weniger. Wir weiten, je mehr Wir um die Bedingungen unseres Wohlergehens wissen und dieses Wissen auch für Uns umsetzen, auch die Sorge um das Wohlergehen der Uns anvertrauten LebeWesen aus. Bei Hunden und Katzen klappt das schon ganz gut, manchmal gesteigert bis in Extreme, da geht es den direkten Haustieren besser als den mitwohnenden Menschen, aber das sind nur Ausreisser. Und jetzt kommen langsam auch die nicht direkt mitwohnenden LebeWesen drann, die sogenannten NutzTiere. Aus dem Artikel, den ich für Sie und *mich hier einstelle, habe ich die Gewissheit, dass der Anfang getan ist, dass der erste Schritt schon gegangen ist.

Und danach kommen langsam auch die Mit-LebeWesen drann, die nicht direkt mit und bei Uns wohnen und arbeiten, die manchmal sogar Konkurrenz sind, auch deren erLebens-Bedingungen werden Wir Schritt für Schritt verbessern, nicht zuletzt indem Wir uns aus der Fläche verabschieden und die Städte für Uns wohnlicher, heller, luftiger, bequemer und stimulierender, für alle Sinne, gestalten.
Wissen Sie, wie das geht und wer dabei voran geht?
Ein Beispiel hier:
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Singapur, "Garden by the bay"
Die wellenartigen Gebäude im Vordergrund sind Gewächshäuser,
auf dem grossen dreisäuligen Gebäude ist ein Dachgarten und 
die "Skulptur" ganz links, habe ich unten auch eingestellt.
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Sie denken Unsinn und sehen dabei nach Asien, Afrika oder auch Südamerika, wo die Fläche gerade erobert wird, mit Mais, Reis, Soja, ... und Rinderweiden? Ja, so ist das im Moment, ich sehe die Erfolge der Nanotechnologie und der synthetischen Biologie (siehe den Beitrag dazu, im Verantworten-Blog) und vermute, dass Wir diese, für Uns Überlebens-Massnahmen, aber diesen "Vernichtungsfeldzug" gegen die Mit-LebeWesen bald nicht mehr brauchen, führen werden, Wir werden auch nicht kapitulieren, denn vor Was sollten Wir das, Wir werden andere Möglichkeiten der Selbst-Versorgung finden und nutzen. Bald.

Denn das DaSein ist Uns LebeWesen (darin auch wir Menschen) durchaus freundlich gesinnt, auch wenn es Uns einschränkt (Tod) und Uns auch kränkt, schmerzt, ängstigt und sonstwie fordert und fördert; so empfinde Oliver-August Lützenich das.

Zu was erschafft ETWAS (SEIN) Etwas (DaSein)? Zur Feindschaft? Um dieses Etwas zu trietzen und zu vernichten?

Ich bin sicher, dass Nein; ich bin sicher, das DaSein ist aus Interesse und mit Sinn erschaffen worden oder auch entstanden und Nicht um einen Feind zu kreieren, auch wenn ich das im Schmerz oft so empfinden mag, aber der Schmerz erzählt stets nur eine eingeschränkte Wirklichkeit und die FREUDE eben eine andere.

Aber genug der persönlichen Einblicke in den Blog-Autor, zurück zum Hier und Jetzt und in die modernen Kuhställe.
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Singapur, "Garden by the bay"
Diese baumartigen Stahlgestelle,
die schon im obigen Bild zu sehen waren,
 werden bald von tropischen Pflanzen und
Ranken völlig überwuchert sein. Stark!
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Aber hier erst mal die abgetippten Auszüge aus einem für mich sehr erhellenden und meine Vermutungen stärkenden Artikel.

Aus der Süddeutschen Zeitung, vom 02.06.2012, von Martina Knoben.

Titel: Eine Kathedrale für mehr Milch
Untertitel: In Oberbayern entstehen riesige Laufställe für Kühe. Sie sind Zeichen für einen gewaltigen Strukturwandel.

Auszüge daraus: «... Thankirchen ist so klein, dass es keine Strassennamen braucht, die Häuser sind nummeriert. Und es liegt nie auf dem Weg, jedenfalls nicht, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Die Ortschaft ist über eine Strasse zu erreichen, die recht steil auf einen kleinen Hügel führt; und dieser Hügel ist auch der Grund, warum die Anwesen dort nicht unbeschränkt wachsen können. Wer neu bauen will, landet schnell am Hang.
So ging es auch Kaspar und Regina Rasshofer, die den Stall für ihre rund sechzig Milchkühe erweitern wollten, direkt am Hof aber nicht genug Platz hatten. Deshalb bauten sie ausserhalb der Ortschaft einen so ungewöhnlichen Kuhstall, dass er von weither ins Auge fällt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Nun zählen Ställe gewöhnlich nicht zu den Renommierprojekten von Architekten. Dieser aber taucht unter anderem im "Deutschen Architektur Jahrbuch" von 2009/2010 auf (Prestel Verlag) und in einem vom Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck und dem dortigen Bundesdenkmalamt herausgegebenen Band über das "Weiterbauen am Land. Verlust und Erhalt der Bäuerlichen Kulturlandschaft in den Alpen" (Hrsg. Christoph Hölz, Walter Hauser).
In letzterem heisst es über diesen Stall: "Der Innenraum der dreischiffigen Halle besticht durch eine stark suggestive Wirkung, die dem Kuhstall eine fast schon sakrale Anmutung verleiht." Eine Kathedrale für Kühe also.
In ihr ist es kühl, ja sogar kalt an diesem Tag, weil der Sommer noch fern und der Stall am Dachfirst und an den Seiten offen ist. Knapp 1000 Quadratmeter gross ist die Halle, die im Inneren tatsächlich an eine Basilika mit drei unterschiedlich hohen Schiffen erinnert: Es gibt einen Liegebereich für die Tiere, einen Fressgang sowie eine Durchfahrt mit Futtertisch. Abgetrennt werden die drei Zonen durch eng gestaffelte Holzstützen.

[...]

Und weil mit Stelzen aus unbehandeltem Vollholz nun einmal keine so grossen Spannweiten überbrückt werden können, mussten die Holzsäulen relativ dicht beieinander stehen, so entstand die ungewöhnliche Ästhetik.
Auch die Längsseiten des Stalls bestehen aus Streben, die in einem Abstand von zweieinhalb Metern nebeneinander stehen, zwischen denen es weder Mauern noch Fenster gibt, stattdessen lichtdurchlässige Vorhänge aus PVC-Glasfasergewebe. Diese können je nach Aussentemperatur, Windstärke und Windrichtung hochgezogen werden. Weil auch im Dachfirst ein schmaler Streifen ausgespart wurde, entsteht ein dauerhafter Luftzug, darum stinkt es nicht in diesem Stall.
Das ist weder Luxus noch Spinnerei. "Früher glaubte man, dass Kühe es warm mögen", sagt Regina Rasshofer, heute wisse man, dass Hitze belastend sei, "die Tiere geben dann weniger Milch". Die dunklen, engen Ställe, wie man sie aus Heimatfilmen kennt, werden deshalb nicht mehr gebaut - statt dessen "Laufställe" wie der in Thankirchen.
"Kuhkomfort" heisst das, was erst belächelt und dann heftig diskutiert wurde in der Landwirtschaft, seit der Begriff vor etwa 15 Jahren aus den USA nach Deutschland schwappte. "Kuhkomfort" bedeutet frische Luft, Bewegung und eine gute Liegefläche für die Tiere, vielleicht sogar Massagebürsten oder Kuhbrausen. Dadurch sollen sich die Rindviecher wohler fühlen - und die Milch- oder Mastleistung gesteigert werden. Bequemer für die Bauern ist ein Laufstall ausserdem, weil die Kühe sich ihr Futter selbst holen und eigenständig zum Melkstand gehen, wo sich dann der Mensch nicht mehr so bücken muss beim melken, weil er unterhalb der Tiere in der Melkgrube steht.
"Kuhkomfort" klingt also bizarr, ist es aber nicht.

[...]

Dabei ist schon die Idee einer artgerechten Haltung von Kühen eine Fiktion: Wie definiert man "artgerecht" bei einem Tier, das der Mensch nach seinen Bedürfnissen {mehr oder weniger} selbst gestaltet hat, das mit seinen wilden Vorfahren nicht mehr viel gemein hat? Bei den modernen Ställen sollte man zudem die Parallelen zu Unternehmen wie Google oder Unilever nicht übersehen, die für viel Geld ebenfalls "artgerechte" Architektur für ihre Mitarbeiter entwerfen lassen: Büroräume, in denen diese sich so wohl fühlen, dass sie vergessen, dass sie arbeiten und deshalb immer noch mehr leisten. Am Ende läuft es im Büro wie im Stall auf einen Kapitalismus mit menschlichem oder {/und} tierfreundlichem Anlitz hinaus»

Ende Aszüge SZ-Artikel.

Die Einfügungen in diesen {Klammern} sind von mir.

Das Mensch in artgerechter Haltung also. Die USA sind den Europäern, also selbst den Briten, immer noch um Jahre in der Weiterentwicklung von Ideen und deren Umsetzung voraus. Es ist an das RaumZeit, dass Wir hier in EU aufholen, sonst überholen uns Europäischen auch noch die in Asien erLebenden MitMenschen ; und die Lebendigkeit (Evolution) ist doch auch ein Rennen um die besten Plätze an der Frontscheibe des DaSein, oder?

Abschliessend noch zur mensch-internen Evolution (der Ideen):

Bisher sitzen Wir in EU noch ziemlich neben den Nordamerikanern, obwohl die bereits etwas nach hinten blicken, wenn Sie uns hier in die Augen schauen wollen, aber Sie sind so frei alle Ideen und Visionen (kommt von lat. 'videre' = "sehen", somit ist die Vision ein VorausSehen) auch mit uns Europäischen zu teilen.
Also greifen Wir zu, Oliver-August Lützenich habe absolut keine Lust auf zweite Reihe!

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